Deutschsprachige und Französische Gemeinschaft vertiefen Kooperation

<p>DG-Ministerpräsident Oliver Paasch (l.) und sein Amtskollege aus der Französischen Gemeinschaft, Pierre-Yves Jeholet (MR), begrüßen sich vor einer Sitzung des Konzertierungsausschusses Ende Februar. Beide Teilstaaten vertiefen jetzt ihre Kooperation.</p>
DG-Ministerpräsident Oliver Paasch (l.) und sein Amtskollege aus der Französischen Gemeinschaft, Pierre-Yves Jeholet (MR), begrüßen sich vor einer Sitzung des Konzertierungsausschusses Ende Februar. Beide Teilstaaten vertiefen jetzt ihre Kooperation. | Foto: belga

Bei ihrem letzten Treffen im Dezember 2019 hatten DG-Ministerpräsident Oliver Paasch (ProDG) und sein Amtskollege in der Französischen Gemeinschaft, Pierre-Yves Jeholet (MR), daran erinnert, wie wichtig es sei, Verbindungen zwischen den Körperschaften des Landes zu knüpfen. „Auch wenn es viele Beispiele für die Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Institutionen gibt, war es Pierre-Yves Jeholet und mir ein besonders Anliegen, der Arbeit der Kommission für Zusammenarbeit auf wirksame Weise neuen Anschub zu verleihen“, erklärt Ministerpräsident Oliver Paasch laut einer Mitteilung aus seinem Kabinett.

So hätten die beiden Regierungen und ihre jeweiligen Verwaltungen ein Kooperationsprogramm zwischen der DG und der Französischen Gemeinschaft erarbeitet, das sich über die gesamte Legislaturperiode erstrecken werde. Das Arbeitsprogramm wurde von beiden Regierungen zwischenzeitlich verabschiedet und in beiden Parlamenten hinterlegt. Für Pierre-Yves Jeholet zeugt „ein Arbeitsprogramm, das die Dauer der Legislaturperiode umfasst, von dem festen Willen der Deutschsprachigen Gemeinschaft und meiner Regierung, wirklich ehrgeizige Projekte ins Auge zu fassen.“

Neben den üblichen Kooperationen und branchenspezifischen Vereinbarungen in den Bereichen Bildung, Kultur, Sport, Jugendhilfe oder auch Justizhäuser sind darin folgende Handlungsfelder benannt:

• Förderung des Austauschs von „Muttersprachlern“ („Native Speaker“) im Unterrichtswesen zwischen den beiden Gemeinschaften, indem Hindernisse identifiziert und die Rahmenbedingungen gegebenenfalls angepasst werden;

• Einsetzung einer Arbeitsgruppe mit dem Ziel, die Durchführbarkeit einer Übersetzung der Aufnahmeprüfung in Medizin- und Veterinärwissenschaften oder der Verwendung eines französisch-deutschen Übersetzungswörterbuchs zu prüfen;

• Einführung der Untertitelung von Beiträgen in deutscher Sprache auf den RTBF-Kanälen anstelle der Synchronisierung, so wie dies bei niederländischen Beiträgen erfolgt. Der BRF wird dies für französischsprachige Interventionen ebenso handhaben;

• Ansetzung deutschsprachiger Sendungen durch die RTBF, um die Landessprachen auf den öffentlich-rechtlichen Kanälen zu fördern. Das Gleiche gilt in umgekehrter Weise für den BRF für französischsprachige Sendungen.

Mit diesem Kooperationsprogramm 2021-2024 verbinden Oliver Paasch und Pierre-Yves Jeholet die gleiche Entschlossenheit: „Mit unseren beiden Regierungen haben wir den Ehrgeiz, Fortschritte bei wichtigen Themen für unsere beiden Gemeinschaften zu erzielen und den Parlamenten so regelmäßig wie möglich über unsere Zusammenarbeit zu berichten. Auch wenn das Fundament solide ist, sollte es genährt und angereichert werden: Eine Intensivierung unseres Austauschs kann für die betroffenen Akteure und für alle unsere Bürger(innen) nur von Vorteil sein“, heißt es in der Mitteilung. (red/sc)

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