Romelu Lukaku schrie und sang seine Freude aus dem Fenster seines Appartements heraus, später fuhr er – wohlbemerkt mit Maske – durch Mailand und feierte mit den Fans: Seinen ersten Titel seit der Meisterschaft mit Anderlecht 2010 konnte er nicht einfach so auf dem Sofa hinnehmen. Auf dem Mailänder Dom-Platz skandierten tausende Inter-Fans und sogar Rekordmeister Juventus Turin gratulierte umgehend zum Scudetto. Vier Spieltage vor dem Saisonende in der Serie A steht Inter Mailand als neuer Titelträger fest. Atalanta Bergamo kann nach dem 1:1 auswärts gegen Sassuolo Calcio die Nerazzurri nicht mehr abfangen. „Wir sind es, ja wir sind es. Meister Italiens“, jubelten die Fans auf dem Dom-Platz. „Eine Mannschaft, die gewonnen hat, die dominiert hat. Aber mit einem großen Bedauern: Dass wir die Freude auf dem Feld nicht mit den Fans der Nerazzurri teilen konnten“, schrieb Inter selbst und rief in Corona-Zeiten dazu auf, nun „verantwortungsvoll“ zu feiern.
Die Mannschaft von Trainer Antonio Conte hatte bereits am Samstag mühsam beim Tabellenletzten FC Crotone einen 2:0-Auswärtssieg errungen und hat nun 13 Punkte Vorsprung auf Bergamo. Zwölf Zähler sind bei den ausstehenden Spielen maximal noch zu holen. Für Inter ist es der 19. Titeltriumph in der Serie A. Warten mussten die Mailänder darauf aber eine Weile: Zuletzt hatten sie die italienische Meisterschaft 2010 beim Triple unter dem damaligen Coach José Mourinho geholt.
Dass das Warten nun ein Ende hatte, liegt auch und vor allem an Romelu Lukaku. Der Rote Teufel steuerte bislang in dieser Saison 21 Tore und zehn Vorlagen bei – kein anderer Inter-Spieler kommt auch nur in die Nähe dieser Zahlen. Für „Big Rom“ ist es der erste internationale Titel, an dessen Entstehung er aktiv mitwirkte (was bei Chelsea nicht der Fall war). Lukaku bedankte sich am Sonntag auf Twitter bei seinen Teamkollegen, dem Trainerstab und den Fans. „Ihr habt uns die Kraft gegeben, immer weiter nach vorne zu gehen. Euer Support bedeutet uns alles. Der Traum ist in Erfüllung gegangen. Fucking Champions, let´s go!“ Den letzten Teil nahm er sich zu Herzen, danach wurde gefeiert.
„Glückwunsch“, schrieb auch der entthronte Champion Juventus Turin. Der Rekordmeister hatte in den vergangenen neun Jahren jeweils den Titel geholt. Anerkennung zeigte auch der wegen des gescheiterten Super-League-Projekts in der Kritik stehende Juve-Präsident Andrea Agnelli. „Ich freue mich für dich Steven“, richtete er in einem Tweet Inter-Präsident Steven Zhang aus. Aber nicht, ohne eine kleine Kampfansage mitzuschicken. „Wir werden zurückkommen“, schrieb er.
Inter-Coach Antonio Conte war schon am Samstag ganz sicher, dass die Entscheidung vier Spieltage vor dem Saisonende am Sonntag fallen würde. „Ein Reich ist nach neun Jahren eingestürzt“, hatte Conte nach dem 2:0 bei Crotone gesagt. „Unsere Meisterschaft ist das Ergebnis eines konstanten Wachstums in jeder Hinsicht. Wir leben jedes Spiel intensiv mit Opferbereitschaft und Konzentration. Herzlichen Glückwunsch an die Jungs“. (dpa/sid/tf)

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