Eine Berührung, eine Umarmung oder die einfache Anwesenheit von Familie, Freunden oder Bekannten bleiben einem in schweren Momenten des Abschiednehmens verwehrt. Hintergrund sind die Coronakrise und die damit verbundenen Schutzmaßnahmen. Dabei sind all diese Rituale trostspendend und wichtig auf dem Weg der Trauer der Hinterbliebenen.
Die Bewegung „Ein Origami für dich“ wurde deshalb in der gesamten Wallonischen Region und mittlerweile auch in Brüssel zur Unterstützung der Trauernden der Pandemie unter dem Motto „Accroche ton origami“ auf Initiative der Plattform der Palliativpflege der Provinz Luxemburg ins Leben gerufen. Auch der Palliativpflegeverband Ostbelgien möchte in diesem Zusammenhang ein Zeichen setzen: ein Zeichen der Solidarität mit all denen, die in Zeiten der Pandemie tragische Verluste erleben mussten. Was beinhaltet diese Bewegung? Da große Zusammenkünfte aktuell noch nicht möglich sind, musste überlegt werden, wie man Menschen trotz der Distanz auf eine besondere Art und Weise zusammenbringen kann. So entstand die Idee der symbolischen Verbindung durch ein Origami.
Symbolischer Höhepunkt der Aktion am kommenden Dienstag
Die Mitarbeiterinnen des Palliativpflegeverbands Ostbelgien haben hunderte Origami gefaltet und an die Familien geschickt, die durch den Verband begleitet wurden und innerhalb des letzten Jahres einen lieben Menschen verloren haben. Dies soll nicht nur als Zeichen der Unterstützung und Solidarität gelten, sondern auch nochmals auf das Angebot der Trauerbegleitung aufmerksam machen, die dem Verband sehr am Herzen liegt. Darüber hinaus hat der Palliativpflegeverband Ostbelgien zur Solidarität mit allen Trauernden aufgerufen.
Dieser Appell wurde unter anderem an die Wohn- und Pflegezentren für Senioren, Hausärzte, Krankenhäuser, Beerdigungsinstitute und Gemeinden in der Deutschsprachigen Gemeinschaft weitergeleitet, die meist diese Bewegung nicht nur tatkräftig unterstützen, sondern auch zum Teil fleißig mitbasteln und ihr somit ihren Sinn geben. Am kommenden Dienstag (16. März) um 19 Uhr, ein Jahr nach Beginn des ersten Lockdowns, findet die Bewegung ihren symbolischen Höhepunkt: Es ist ein Moment des Innehaltens. Ein kollektiver Gedenkmoment, an dem alle Teilnehmer durch die Origami verbunden sind, während sie der Verstorbenen gedenken, ihnen eine besondere Ehre erweisen und den Hinterbliebenen ihre Solidarität ausdrücken. Wie kann man sich der Bewegung anschließen? Das ist eigentlich ganz einfach:
Schritt 1: Ein Origami falten und an den Ort platzieren, der für einen selbst Sinn macht oder mit einem Verstorbenen verbindet.
Schritt 2: Am Dienstag (16. März), um 19 Uhr: Innehalten.
Schritt 3: Wenn den Teilnehmern danach ist, sind sie dazu eingeladen, ein Foto des Origami auf der Facebook-Seite „Palliativpflegeverband Ostbelgien“ zu teilen oder es per E-Mail an den Palliativpflegeverband zu senden. Diese Fotos werden daraufhin an die gemeinsame Facebook-Seite der Bewegung „Accroche ton origami“ weitergeleitet, um alle Teilnehmer virtuell miteinander zu verbinden, teilte der Palliativpflegeverband mit. Dieser kollektive Gedenkmoment kann virtuell auf Facebook weiterverfolgt werden unter „Palliativpflegeverband Ostbelgien“ oder „Accroche ton origami“.
„Ein Origami für dich“ versteht sich auch als Bewegung, die vielleicht einfach noch einmal eine Gelegenheit gibt, den Telefonhörer in die Hand zu nehmen, trauernde Bekannte oder Freunde und Familie zu kontaktieren und in Erwartung eines hoffentlich besseren Frühlings zu hören, wie es ihnen geht. (red/sc)
Infos auf Facebook oder auf der Webseite des Palliativpflegeverbands (palliativpflegeverband.com). Palliativpflegeverband Ostbelgien VOG, Hufengasse 65, 4700 Eupen; ppv.ostbelgien@palliativ.be; Telefon 087/569747

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