Kaum Nachfrage: Kostenlose Jodtabletten bleiben in der Apotheke liegen

<p>Kaum Nachfrage: Kostenlose Jodtabletten bleiben in der Apotheke liegen</p>
Foto: belga

Wie die Nachrichtenagentur Belga berichtet, haben über acht Millionen Belgier immer noch nicht ihre kostenlosen Jodtabletten, die dazu beitragen sollen, das Risiko der Entwicklung von Schilddrüsenkrebs nach einer Atomkatastrophe zu begrenzen, in Anspruch genommen. Vor dem Hintergrund des zehnten Jahrestages der Fukushima-Katastrophe haben sich die Parteien Ecolo-Groen für eine zeitnähere Aufklärungskampagne in Bezug auf Atomenergie ausgesprochen.

Nach Angaben der Groen-Abgeordneten Kim Buyst haben die hiesigen Pharmazeuten seit März 2018 „nur“ 722.926 Schachteln herausgeben. Bis zum 6. März 2018 wurden die Tabletten ausschließlich an Personen, die bei einem möglichen Zwischenfall als „besonders gefährdet“ gelten, verteilt.

Im Zuge der Pandemie hätten die Belgier das Angebot der Gratis-Pillen fast gar nicht mehr in Anspruch genommen. „Die Coronakrise überschattet das nukleare Risiko“, sagt Kim Buyst. Auch deshalb müsse die nächste Sensibilisierungskampagne, die laut Gesetz im Jahr 2023 vorgesehen ist, vorgezogen werden. „Jeder Bürger sollte wissen, dass er in seiner Apotheke Anspruch auf die kostenlosen Tabletten hat“, so Buyst.

Neben der zeitlichen Anpassung der Verteilungskampagne schlägt Ecolo-Groen auch vor, den nuklearen Notfallplan an das Szenario einer Pandemie anzupassen. (belga/calü)

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