Lebenslang Lernen: Rektor will Schweizer Universität für alle öffnen

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Michael Schaepman (rechts) ist seit Juli 2020 im Amt des Rektors. | Foto: Universität Zürich

„Heute fehlt ein Konzept für lebenslanges Lernen, das es Menschen erlaubt, sich individuelle Lehrveranstaltungen anrechnen zu lassen“, sagte Schaepman (54). „Meine Idee ist es, dass man sein eigenes Weiterbildungspaket zusammenstellen kann, zugeschnitten auf die persönlich fehlenden Kompetenzen.“ Das gehe über bisherige Angebote für Gasthörer hinaus. Teilnehmer sollten Prüfungen ablegen und Qualitätszertifikate erwerben können.

Ein Firmenmitarbeiter solle vor einer Entsendung nach China etwa die Möglichkeit haben, einen Sinologie-Kurs an der Universität zu belegen. Auch Menschen aus bildungsfernen Schichten, die in jungen Jahren kein Abitur gemacht hätten, sollten angesprochen werden. „Viele öffnen den Knopf erst später im Leben. Was spricht dagegen, dass sie dann noch an die Uni kommen? Nichts“, sagte er.

Der schweizerisch-niederländische Geograf will auch die starren Unterrichtsformen auflockern. Vorlesungen müssten nicht immer 45 Minuten dauern und im gleichen Hörsaal stattfinden. „Wir könnten zu einem flexibilisierten Semesterplan übergehen“, sagte er. „Die Dozierenden und Studierenden würden jeweils über eine App im Voraus erfahren, wann und wo eine Veranstaltung stattfindet und wie: als Präsenzveranstaltung, über Video oder als Kombination von beidem.“ Lehrveranstaltungen könnten auch kürzer oder länger sein.

Die Universität Zürich (UZH) wurde 1833 gegründet und ist damit gut 20 Jahre älter als die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH). Sie ist mit etwa 25 000 Studenten die größte der zwölf Universitäten in der Schweiz. (dpa/calü)

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