Die aktuelle Wirtschaftslage ist alles andere als befriedigend. Das wirke sich lähmend auf das Investitionsverhalten aus und werde auch den Arbeitsmarkt weiter in Mitleidenschaft ziehen. Dies sind, laut IHK-Geschäftsführer Volker Klinges und IHK-Mitarbeiter Roland Hagelstein, einige wesentliche Erkenntnisse aus der aktuellen Konjunkturumfrage, an der sich rund 130 privatwirtschaftliche Unternehmen mit rund 5.500 Beschäftigten beteiligten.
Exakt 62,9 Prozent der Unternehmen gaben ihrem Geschäftsverlauf für das Jahr 2020 eine gute bis zufriedenstellende Note. Die Lagebeurteilung der Unternehmer rutscht damit auf den tiefsten Wert seit Beginn der Auswertung vor mehr als 25 Jahren ab und dokumentiert deutlich die Folgen der Pandemie auf die ostbelgische Wirtschaft im Jahr 2020. Zu einer unzureichenden Lagebeurteilung 2020 kommen demzufolge 37 Prozent der Befragten. Nur noch für eine Minderheit von 23 Prozent der Betriebe hat sich die Geschäftsentwicklung 2020 gegenüber dem Vorjahr 2019 verbessert. Bei jedem zweiten Unternehmen haben sich die Umsatzzahlen 2020 und bei vier von zehn die Ertragslage 2020 gegenüber dem Vorjahr 2019 verschlechtert. Nur jeder vierte Betrieb vermeldete bessere Umsätze und Erträge zum Vorjahr.
Die Lageanalyse 2020 stellt sich differenziert in den verschiedenen Branchen dar: 71 Prozent des Baugewerbes vermelden eine gute bis zufriedenstellende Konjunktur 2020. Der Bau scheint von den Auswirkungen der Corona-Pandemie bislang noch weitgehend verschont geblieben zu sein. In der Industrie, wo zwei von drei Unternehmen eine zumindest befriedigende Bewertung ihrer Lage für das Jahr 2020 abgegeben haben, hat sich die Lage leicht entspannt.
Dagegen informieren 40 Prozent des Handels und 42 Prozent der Dienstleister über ein negatives Bild ihrer Geschäftslage. Für diese Sektoren waren die Umsatzeinbußen am schlimmsten. Jedes dritte Handelsunternehmen mit Umsatzreduzierung beklagt eine Umsatzverschlechterung von mehr als 20 Prozent im Jahr 2020. Bei den Dienstleistern hat sogar jedes fünfte Unternehmen mindestens 50 Prozent und jedes zwanzigste 100 Prozent Umsatzeinbruch erlitten.

Die weltweite Ausbreitung von Corona wirkt sich tiefgreifend auf die Auslandsgeschäfte aus. Bei über 50 Prozent der Industriebetriebe sind die Auslandsumsätze im Jahr 2020 gesunken, nur bei jedem sechsten gestiegen. Nur 17 Prozent sprechen von einer Vollauslastung ihrer Produktionskapazitäten. Vier von zehn Industriebetrieben hatten eine Auslastung von weniger als 75 Prozent.
In 14 Prozent der teilnehmenden Betriebe wurde der Mitarbeiterstab erhöht, in 23 Prozent fand in 2020 eine Verringerung des Personals statt. Der geringe Anstieg der Arbeitslosigkeit in Ostbelgien ist vor allem dem Instrument der Kurzarbeit zu verdanken, durch das viele Betriebe in der Lage waren, ihre Mitarbeiter zu halten. Knapp acht von zehn Betrieben werden im Jahr 2021 ihre Personalstärke nicht verändern oder sogar verringern. Ausnahmen bilden vor allem der Bausektor und teilweise die Industrie, die per Saldo mehr Personal einstellen möchten als entlassen.
Die Investitionstätigkeit der Unternehmen ist 2020 vor dem Hintergrund der aktuellen Wirtschaftslage nur zurückhaltend ausgefallen. Meldungen über steigende Investitionen im Jahr 2020 (25 Prozent) standen eine etwa gleich hohe Zahl Firmen mit Investitionsverringerungen oder ohne Investitionen gegenüber. Die Investitionsabsichten verbessern sich für das laufende Jahr vorrangig in den Industriebetrieben. Die Unternehmen rechnen mehrheitlich nicht mit einer raschen Erholung. Nur wenige Unternehmen gehen aktuell davon aus, bereits zum Jahresende 2021 ihr Vorkrisenniveau wieder erreicht zu haben. Nur noch 57 Prozent der Unternehmen, die sich an der Konjunkturumfrage beteiligt haben, prognostizieren einen „guten bis zufriedenstellenden“ Geschäftsverlauf für das Jahr 2021. Ein noch schlechterer Wert als der von 2020. Ein Indikator dafür sind die Auftragseingänge, die bisher in 2021 sehr verhalten sind. Bei jedem zweiten Unternehmen lag der vorliegende Auftragsbestand bislang bei Maximum drei Monaten. (red/sc)

Kommentare
Aha, jetzt ist die beste Zeit für schwarze Geschäfte!!! Wie kommt es sonst das alle Händeringend Arbeitskräfte suchen?? Lügen, den Arbeiter klein halten und schwarze Geschäfte machen, das sind Ostbelgische Arbeitgeber!!!
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