Paschinjan sprach am Donnerstag auf Facebook vom „Versuch eines Militärputsches“ und kündigte unverzüglich die Entlassung des Leiters des Generalstabs der Streitkräfte, Onik Gasparjan, an. Außerdem forderte Paschinjan seine Anhänger auf, sich in der Hauptstadt Eriwan auf dem Platz der Republik zu versammeln.
Zuvor hatten die obersten Köpfe des armenischen Militärs den Rücktritt Paschinjans und seines Kabinetts gefordert. „Der Premierminister und die Regierung sind nicht mehr in der Lage, vernünftige Entscheidungen zu treffen“, hieß es laut armenischer Agentur Armenpress in einer Mitteilung. Die Militärvertreter bezogen sich dabei auch auf die kürzliche Entlassung des stellvertretenden Generalstabschefs durch Paschinjan.
Paschinjan steckt seit dem Ende der Kämpfe um die Konfliktregion Berg-Karabach vor mehr als drei Monaten in einer schweren Krise, weil die Opposition ihn persönlich für die Niederlage gegen Aserbaidschan verantwortlich macht. Zuletzt forderten Zehntausende Menschen bei neuen Protesten seinen Rücktritt, den Paschinjan wiederholt ablehnte.
In dem jüngsten Krieg um Berg-Karabach vom 27. September bis 9. November holte sich das muslimisch geprägte Aserbaidschan weite Teile des Anfang der 1990er verlorenen Gebiets zurück. Insgesamt starben weit mehr als 4.700 Menschen. Das christliche Armenien berief sich auf Russland als Schutzmacht. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte am Donnerstag laut Agentur Interfax, man beobachte die Situation in Armenien „mit Besorgnis“. (dpa/calü)

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