Herr Gijbels, seit wann wird bei NMC Homeoffice betrieben und in welchem Umfang?
Aufgrund der Corona-Pandemie ist Homeoffice bei NMC seit März vergangenen Jahres weit verbreitet. Nach dem Sommer haben wir uns in der zweiten Welle den sich ändernden geltenden Vorschriften angepasst und Homeoffice überall in den Abteilungen eingeführt, wo dies möglich ist ohne die Organisation der Arbeit zu beeinflussen.
War die Heimarbeit auch vor Corona bereits ein Thema bei NMC?
Ja, aber nur sehr begrenzt auf einzelne Verkäufer und Mitarbeiter mit langen Anfahrtswegen.
Wie ist die Heimarbeit bei NMC organisiert?
Wir haben den Mitarbeitern Regeln und praktische Empfehlungen zum Homeoffice mit an die Hand gegeben und so auch sichergestellt, dass der Kontakt mit dem Unternehmen und den Kollegen weiterhin gewährleistet bleibt. Dazu haben wir mehrere Schulungen im Bereich Videokonferenzen angeboten und durchgeführt. Der visuelle Kontakt hilft sowohl beim Austausch zwischen zwei Kollegen als auch bei der Organisation von größeren und/oder länderübergreifenden Meetings.
Wie aufwendig war die Umstellung?
Wir mussten IT-mäßig die technischen Möglichkeiten schaffen, wo notwendig auch zusätzliche Betriebsmittel zur Verfügung stellen, und die Organisation und Arbeitsweise auf Abteilungsebene anpassen. Zudem gab es ja auch die Aufgabe, in der Produktion und am Arbeitsplatz bei NMC die notwendigen Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Am Anfang hat dies alles sicherlich etwas gehakt, doch das Verständnis und die Unterstützung unserer Mitarbeiter war zu jeder Zeit vorbildlich.
Arbeiten ausnahmslos alle Mitarbeiter von zu Hause aus?
Als Industriebetrieb mit Produktion bis zu sieben Tagen und 24 Stunden in der Woche ist Homeoffice für viele Mitarbeiter nicht möglich.
Hat sich die Heimarbeit bewährt?
Heimarbeit hat Vor- und Nachteile. Die Kinderbetreuung spielte gerade am Anfang der Krise für unsere Mitarbeiter eine wichtige Rolle. Auch höre ich, dass man konkrete Aufgaben sehr gut von zu Hause aus erledigen kann, teilweise konzentrierter arbeiten kann und schneller vorankommt. Mitarbeiter mit etwas mehr Anfahrt zum Betrieb profitieren von einer Zeitersparnis. Ebenfalls stellen wir fest, dass die Verfügbarkeit für virtuelle Meetings sehr gut ist und diese auch effizient ablaufen. Heimarbeit hat aber auch Nachteile: Die Organisation der Arbeit ist insgesamt viel aufwendiger. Manche Kollegen empfinden die Arbeit von zu Hause als weniger effizient. Ich höre auch, dass hier und da die Zusammengehörigkeit leidet und der informelle Austausch verloren geht. Ärgerlich ist, dass zu gewissen Stoßzeiten die Videokonferenz-Plattformen nicht immer stabil funktionieren. Auch leidet der persönliche Kontakt zu unseren Kunden und Partnern. Gemeinsame Projekte sind teilweise nur langsam vorangekommen.
Welche Rolle spielt das Vertrauensverhältnis beim Thema Homeoffice?
Ob mit oder ohne Homeoffice betrachten wir das Vertrauensverhältnis als Fundament einer jeden Zusammenarbeit. Heimarbeit macht da keinen großen Unterschied. Wir erwarten und vertrauen darauf, dass die Mitarbeiter ihre Aufgaben verantwortungsbewusst erledigen, so oder so.
Ist die Heimarbeit eine Arbeitsweise, die nachhaltig Bestand haben könnte?
Wir sehen uns momentan und sicher auch in den nächsten Monaten noch der Pandemie ausgeliefert.
Die Sicherheit unserer Mitarbeiter behält oberste Priorität, und wir wollen diese Krise auch geschäftlich gut überstehen. Über das, was nach der Pandemie kommt, werden wir zu gegebener Zeit nachdenken. (sue)
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