„Das bestehende System ist überlebt“, stellt SP-Präsident Matthias Zimmermann fest. Das aktuelle Statut der konventionierten Tagesmütter biete keine solide Beschäftigungsperspektive und halte junge Menschen davon ab, in diesen wichtigen Beruf einzusteigen. „Es ist inakzeptabel, dass Personen, die täglich eine so wertvolle Arbeit für die Familien leisten, keine sichere Zukunftsperspektive und keine vollumfängliche soziale Absicherung, wie sie auch für andere Arbeitnehmer üblich ist, erhalten. Wenn der Beruf der Tagesmütter attraktiv bleiben soll, muss verhindert werden, dass sie in eine soziale Abhängigkeit geraten“, so Zimmermann weiter, der damit darauf hinweist, dass eine Tagesmutter beispielsweise im Fall einer Scheidung gleichzeitig die Familie und die Existenzgrundlage verliert. Schließlich gilt eine Tagesmutter derzeit als steuerlich zulasten des Ehemannes.
Die SP Ostbelgien fordert die DG-Regierung auf, nach „pragmatischen Lösungen“ zu suchen, um neben den bereits bestehenden Beschäftigungsformen, ebenfalls die Möglichkeit einer Beschäftigung im Rahmen eines vollständigen Angestelltenstatuts zu bieten. Dieses Vollstatut sollte eine 38-Stunden-Woche und volle Renten- und Arbeitslosenansprüche umfassen. In der Vergangenheit habe man, im Hinblick auf eine Lösung durch die föderale Ebene, auf die Ergebnisse der Pilotprojekte im Inland gewartet. Diese Perspektive erkennt die SP jedoch aktuell nicht mehr, wie es in der Mitteilung heißt. Die Deutschsprachige Gemeinschaft habe ihre Unterstützung der Akteure der Kleinkindbetreuung in den letzten Jahren permanent ausgebaut. Neben der finanziellen Aufwertung der Tagesmütter und der Schaffung neuer Kinderkrippenplätze seien private Initiativen rechtlich ermöglicht worden. Das Aufkommen neuer privater Kinderbetreuungsangebote mache deutlich, dass es einerseits einen weiteren Bedarf an Betreuungsplätzen und andererseits durchaus Menschen gebe, die in diesem Bereich in einem klaren Angestelltenverhältnis arbeiten wollen. „Diese klare Perspektive sind wir den Tagesmüttern schuldig“, so Zimmermann abschließend, der das Tagesmutter-Vollstatut prioritär auf die politische Agenda sehen möchte. (red/sc)

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