Der heute 31-Jährige habe eine massenhafte Tötung von Menschen geplant, begründete die Staatsanwaltschaft am Dienstag ihre Forderung, wie die Nachrichtenagentur AFP aus dem Pariser Gerichtssaal berichtete. Für die übrigen drei Angeklagten, die bei der Vorbereitung der Tat geholfen haben sollen, strebt die Anklage Haftstrafen von 8 bis 30 Jahren an.
Der Hauptbeschuldigte, ein mutmaßlicher Islamist, war im August 2015 in Brüssel in den Expresszug nach Paris gestiegen, um dort das Feuer zu eröffnen. Er konnte jedoch von Fahrgästen überwältigt werden. Zwei Menschen wurden verletzt.
Der Hauptangeklagte sei bei seiner Version geblieben, wonach er in dem Zug US-Soldaten und Angehörige der EU-Kommission töten wollte, so die Agentur. Auftraggeber sei dem 31-Jährigen zufolge der aus Anderlecht stammende Terrorverdächtige Abdelhamid Abaaoud gewesen. Dieser gilt als Drahtzieher der Terrorserie in Paris vom November 2015. Damals töteten Terroristen des Islamischen Staats (IS) 130 Menschen, unter anderem in der Konzerthalle Bataclan.
Die Attacke in dem Zug auf dem Weg von Amsterdam nach Paris erregte damals internationales Aufsehen. Drei junge Touristen aus den USA wirkten dabei mit, den Angreifer zu überwältigen. Die „Thalys-Helden“ erhielten später als Dank die französische Staatsbürgerschaft. US-Regisseur Clint Eastwood verfilmte ihre Geschichte unter dem Titel „The 15:17 to Paris“. Der Prozess soll am Donnerstag enden. (dpa/mv)

Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren