Der 23-jährige Niederländer verwies bei seinem Start-Ziel-Sieg den zuletzt angezählten Valtteri Bottas und den gerade von seiner Corona-Infektion genesenen Rekordweltmeister Lewis Hamilton auf die Plätze.
„Ich habe es sehr genossen da draußen. Wenn man vorne startet, kann man die Geschwindigkeit besser kontrollieren, das macht das Leben einfacher“, sagte Verstappen über seine ungewohnte Rolle.
Sebastian Vettel, der vor zehn Jahren im Red Bull an gleicher Stelle seinen ersten von vier WM-Titeln gefeiert hatte, verabschiedete sich mit Rang 14 nach sechs Jahren von der Scuderia. Ein Ergebnis, das ins Bild passt am Ende einer desaströsen Saison für den Heppenheimer und den italienischen Nationalrennstall. „Der Abschied fällt nach so vielen Jahren immer schwer“, sagte Vettel bei Sky, „dieses Jahr und dieses letzte Rennen sprechen nicht wirklich für die Zeit, die wir zusammen hatten. Das ist einerseits traurig, aber ich freue mich auf das, was jetzt kommt.“ Vettel wechselt im kommenden Jahr zu Aston Martin.
Verstappen fügte Mercedes die erste Niederlage auf dem Yas Marina Circuit seit Beginn der Hybridära 2014 zu. Bei Flutlicht und vor den Augen Mick Schumachers, der letztmals als „Fan“ an der Strecke war, genügte der zehnte Formel-1-Erfolg dem Niederländer allerdings nicht, um Bottas (Finnland) noch vom zweiten Rang in der Weltmeisterschaft zu verdrängen.
Hamilton hatte in der Vorwoche in Bahrain wegen seiner Coronainfektion aussetzen müssen. Erst am Donnerstag erhielt er grünes Licht für seinen Start beim Nachtevent in Abu Dhabi. Der 35-jährige Brite zeigte sich in guter Form, erreichte aber nicht die Dominanz, mit der er sich bereits im viertletzten Saisonrennen seinen siebten Titel gesichert hatte.
Nach einem unspektakulären Start ohne wesentliche Positionswechsel gewann das Rennen in der elften Runde an Dynamik: Der Racing Point von Sakhir-Überraschungssieger Sergio Perez, der für 2021 noch ohne Cockpit ist, rollte wegen eines Defekts aus. Die Rennleitung rief das virtuelle Safety Car aus, fast alle Teams nahmen früher als ursprünglich geplant ihren Reifenwechsel vor. „Das wird ein langer Weg bis ins Ziel“, mäkelte Hamilton im Boxenfunk: „Meiner Meinung nach ist das keine gute Strategie.“
Großer Preis von Abu Dhabi, 17. von 17 Läufen zur Formel-1-WM 2020, 55 Runden = 305,355 km: 1. Max Verstappen (Niederlande) Red Bull-Honda 1:36:28,645 Stunden (Durchschnittsgeschwindigkeit: 189,902 km/h), 2. Valtteri Bottas (Finnland) Mercedes 15,976 Sekunden zurück, 3. Lewis Hamilton (Großbritannien) Mercedes 18,415, 4. Alexander Albon (Thailand) Red Bull-Honda 19,987, 5. Lando Norris (Großbritannien) McLaren-Renault 1:00,729 Minuten zurück, 6. Carlos Sainz jr. (Spanien) McLaren-Renault 1:05,662, 7. Daniel Ricciardo (Australien) Renault 1:13,748, 8. Pierre Gasly (Frankreich) AlphaTauri-Honda 1:29,718, 9. Esteban Ocon (Frankreich) Renault 1:41,069, 10. Lance Stroll (Kanada) Racing Point-Mercedes 1:42,738, eine Runde zurück: 11. Daniil Kwjat (Russland) AlphaTauri-Honda, 12. Kimi Räikkönen (Finnland) Alfa Romeo Racing-Ferrari, 13. Charles Leclerc (Monaco) Ferrari, 14. Sebastian Vettel (Deutschland) Ferrari, 15. George Russell (Großbritannien) Williams-Mercedes, 16. Antonio Giovinazzi (Italien) Alfa Romeo Racing-Ferrari, 17. Nicholas Latifi (Kanada) Williams-Mercedes, 18. Kevin Magnussen (Dänemark) Haas-Ferrari, zwei Runden zurück: 19. Pietro Fittipaldi (Brasilien) Haas-Ferrari - ausgeschieden: Sergio Perez (Mexiko) Racing Point-Mercedes (Defekt/6. Runde); schnellste Rennrunde: Ricciardo 1:40,926 (55. Runde)
WM-Fahrerwertung: 1. Lewis Hamilton (Großbritannien) 347 Punkte, 2. Valtteri Bottas (Finnland) 223, 3. Max Verstappen (Niederlande) 214, 4. Sergio Perez (Mexiko) 125, 5. Daniel Ricciardo (Australien) 119, 6. Carlos Sainz jr. (Spanien) 105, 7. Alexander Albon (Thailand) 105, 8. Charles Leclerc (Monaco) 98, 9. Lando Norris (Großbritannien) 97, 10. Pierre Gasly (Frankreich) 75, 11. Lance Stroll (Kanada) 75, 12. Esteban Ocon (Frankreich) 62, 13. Sebastian Vettel (Deutschland) 33, 14. Daniil Kwjat (Russland) 32, 15. Nico Hülkenberg (Deutschland) 10, 16. Kimi Räikkönen (Finnland) 4, 17. Antonio Giovinazzi (Italien) 4, 18. George Russell (Großbritannien) Williams 3, 19. Romain Grosjean (Frankreich) Haas 2, 20. Kevin Magnussen (Dänemark) Haas 1
Teamwertung: 1. Mercedes 573, 2. Red Bull-Honda 319, 3. McLaren-Renault 202, 4. Racing Point-Mercedes 195, 5. Renault 181, 6. Ferrari 131, 7. AlphaTauri-Honda 107, 8. Alfa Romeo Racing-Ferrari 8, 9. Haas-Ferrari 3
(dpa/sid)

Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren