Vor G20: Saudi-Arabien verbittet sich Einmischung bei Menschenrechten

<p>Adel al-Dschubair, Staatsminister für Auswärtiges von Saudi Arabien, spricht bei einem Interview.</p>
Adel al-Dschubair, Staatsminister für Auswärtiges von Saudi Arabien, spricht bei einem Interview. | Foto: Kay Nietfeld/dpa

„Ihr habt Eure Gesetze, wir haben unsere Gesetze“, sagte er zur Todesstrafe. Saudi-Arabien habe eine der niedrigsten Kriminalitätsraten weltweit - und das hänge auch mit Abschreckung zusammen. „Wir werden unsere Gesetze nicht ändern, weil jemand sagt: Wir mögen Eure Gesetze nicht“, betonte Al-Dschubair.

„Wenn wir nach Deutschland kommen und sagen würden, Ihr solltet keinen Alkohol in Hotels verkaufen, weil das in Saudi-Arabien verboten ist, würde das hier akzeptiert werden? Natürlich nicht.“ Nach Recherchen von Amnesty International wurden im vergangenen Jahr 184 Menschen in Saudi-Arabien teils öffentlich hingerichtet.

Zu der seit zweieinhalb Jahren inhaftierten Frauenrechtlerin Al-Hathlul sagte Al-Dschubair, über den Fall hätten die Gerichte zu entscheiden. „Wir haben unser Rechtssystem und unser Rechtssystem ist unabhängig und reagiert nicht auf Druck von außerhalb Saudi-Arabiens.“ Ihre Inhaftierung habe mit der nationalen Sicherheit des Königreichs zu tun.

Al-Hathlul ist eine der prominentesten Menschenrechts-Aktivistinnen in Saudi-Arabien. Sie war im Mai 2018 zusammen mit etwa einem Dutzend anderer Frauenrechtlerinnen verhaftet worden. Ihr Prozess sollte eigentlich im März beginnen, wurde aber mehrfach verschoben. Ende Oktober trat Al-Hathlul in den Hungerstreik. Unter anderen hat das UN-Frauenrechtskomitee die Freilassung der 31-Jährigen gefordert.

Am Samstag und Sonntag richtet Saudi-Arabien den G20-Gipfel der führenden Wirtschaftsmächte aus, der in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie als Video-Konferenz stattfindet. (dpa)

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