Genossenschaften stehen an der Spitze - Greenpeace zeichnet Cociter und Energie 2030 aus

<p>Genossenschaften stehen an der Spitze - Greenpeace zeichnet Cociter und Energie 2030 aus</p>
Illustrationsbild: dpa

Große Überraschungen hat es an der Spitze der Rangfolge nicht gegeben: die Genossenschaften erhalten alle eine hohe Bewertung. An der Spitze finden mit der vollen Punktzahl den ostbelgischen Anbieter Energie 2030 (Raeren) – sowohl in Bezug auf Investitionen in erneuerbare Energien, wie auch in der Produktion – und Cociter wieder. Letzterer Stromversorger bezieht seine Elektrizität von seinen 13 angeschlossenen wallonischen Genossenschaften, darunter Courant d’Air aus Elsenborn.

Das Ranking von Greenpeace ermöglicht es den Verbrauchern, sich in den verschiedenen Angeboten, die ihnen von den Anbietern zur Verfügung gestellt werden, zurechtzufinden. Sie können also ihren Strom auf der Grundlage vollständiger Informationen über seine Herkunft und nicht nur auf der Grundlage seines Preises auswählen.

Genau wie bei anderen kommerziellen Produkten ist es möglich, den selbst verbrauchten Strom zurückzuverfolgen. Die Herkunftsnachweis-Label (LGO) ermöglichen es dem Verbraucher zu wissen, woher sein Strom stammt. Mario Heukemes, Vorsitzender von Cociter, hierzu: „Die Bürger investieren in die Projekte der Genossenschaften im Bereich der erneuerbaren Energien, und der Lieferant Cociter, der sich im Besitz der Genossenschaften befindet, verkauft den erzeugten Strom an die Bürger. Der Kreis ist somit geschlossen. Den Stromversorger zugunsten von Cociter zu wechseln bedeutet die Erzeuger von Strom aus erneuerbaren Energien in Belgien zu unterstützen.“

Ökostrom muss nicht teuer sein, sagt Cociter.

Cociter sieht sich im Vergleich mit anderen Stromanbietern in der mittleren Marktpreisspanne. Damit wollen die Verantwortlichen verdeutlichen, dass Ökostrom nicht mit höheren Preisen einhergehe. Außerdem besteht keine Gefahr, dass die Genossenschaft von einer großen Gruppe übernommen wird, da dies einfach nicht möglich ist. „Die Regeln der kooperativen Unternehmensführung sind so gestaltet, dass das Unternehmen in den Händen der Bürger ist und bleiben wird", erklärt Geschäftsführerin Fabienne Marchal.

Auch Energie 2030 mit Sitz in Raeren darf sich über die volle Punktzahl freuen. 2001 begann Energie 2030 als Kooperative, die Windkraftprojekte finanzierte und entwickelte. Im Jahr 2007 wurde eine Aktiengesellschaft gegründet, die sich auf den Grünstromverkauf spezialisierte und seit der Einführung der Bewertung durch Greenpeace immer die höchste Auszeichnung erhielt. 2017 wurde dann die anerkannte europäische Genossenschaft Clean Power Europe gegründet, die ebenfalls in erneuerbare Energien investiert. Eine Mitgliedschaft bei der Genossenschaft ist im Moment Voraussetzung, um Energiekunde zu werden.

Energie 2030 möchte Grünstrom zugänglicher machen.

Im Jahr 2021 hat das Unternehmen Energie 2030 Großes vor. Das Ziel ist es, moderner und kundenfreundlicher zu werden und Grünstrom einem größeren Publikum zugänglich zu machen. Eines wird sich aber mit Sicherheit nicht ändern, heißt es in einer Pressemitteilung: „Die Treue zum Kerngeschäft bleibt, d.h. die Finanzierung und Produktion von Grünstrom für die eigene Kundschaft.“

Cociter erhält auch Preis für Sozialwirtschaft

Der Stromversorger Cociter, der seinen Strom u.a. von Courant d’Air aus Elsenborn bezieht, ist der Gewinner des Preises für Sozialwirtschaft 2020 für die Wallonie.

Koordiniert von ConcertES, der Konsultationsplattform für sozialwirtschaftliche Unternehmen, zielt der Preis darauf ab, Unternehmen und Verbände zu fördern, die nachhaltige und solidarische Wirtschaftsmodelle entwickeln, die den Menschen und die Umwelt in den Mittelpunkt ihrer Anliegen stellen. Sie betrachtet Wirtschaftstätigkeit als Mittel zur Emanzipation und nicht als Selbstzweck und nimmt wirtschaftliche, soziale und verwaltungstechnische Kriterien als Basis für die Analyse. Die Dimension der sozialen Innovation ergänzt diese verschiedenen Kriterien.

Die Höhe des Preises (2.500 Euro) wird Cociter Aktivitäten widmen, die sozial schwache Haushalte beim Energiesparen helfen sollen. (red/ab)

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