Amnesty: Katar setzt Reformen für Arbeiter nur unzureichend um

<p>Bauarbeiter arbeiten am Lusail-Stadion, einem der Stadien der WM 2022. Katar trägt in drei Jahren eines der größten Sportereignisse der Welt aus. Das Stadion soll 80.000 Plätze umfassen und die Spielstätte für das Eröffnungsspiel und das Finale werden.</p>
Bauarbeiter arbeiten am Lusail-Stadion, einem der Stadien der WM 2022. Katar trägt in drei Jahren eines der größten Sportereignisse der Welt aus. Das Stadion soll 80.000 Plätze umfassen und die Spielstätte für das Eröffnungsspiel und das Finale werden. | Foto: dpa

Zudem würden einheimische Arbeitgeber bei Verstößen häufig nicht zur Rechenschaft gezogen, heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten Amnesty-Bericht rund zwei Jahre vor Beginn des Turniers in dem Emirat. Dadurch seien Tausende Arbeiter weiter der Gnade skrupelloser Arbeitgeber ausgesetzt, deren Missbräuche straflos blieben.

Amnesty begrüße die Arbeitsmarktreformen grundsätzlich, sagte die Golf-Expertin der Organisation, Regina Spöttl. „Wenn sie richtig umgesetzt würden, dann wären viele problematische Aspekte beseitigt.“ Das Fußball-Weltmeisterschaft beginnt am 21. November 2022.

Katar hatte nach anhaltender internationaler Kritik Reformen beschlossen, die die Lage der Arbeitsmigranten verbessern sollen. So baute das reiche Golf-Emirat das Kafala-System ab, das ausländische Arbeiter fest an einen einheimischen Bürgen wie einen Arbeitgeber bindet. In Katar können Migranten nun ohne Zustimmung ihres Arbeitgebers ausreisen oder den Job wechseln. Zudem legte das Land einen Mindestlohn fest.

Amnesty zufolge müssen Arbeiter jedoch mit Vergeltung der Arbeitgeber rechnen, wenn sie ausreisen wollen. Auch Pässe würden häufig noch eingezogen. Viele Migranten erhielten ihre Löhne verspätet oder gar nicht. Bei den Hausangestellten habe sich wenig getan, sagt Spöttl. „Gegen sie werden noch immer eklatante Verbrechen begangen.“

In Katar leben laut Amnesty rund zwei Millionen Arbeitsmigranten. Sie kommen vor allem aus armen Ländern wie Bangladesch, Nepal oder Indien. (dpa)

Kommentare

Kommentar verfassen

0 Comment