WHO fordert mehr Programme gegen Fettleibigkeit – In Belgien warnt Solidaris vor Laxheit

<p>Die weitaus häufigste Erkrankungsform von Diabetes ist der Typ 2.</p>
Die weitaus häufigste Erkrankungsform von Diabetes ist der Typ 2. | Illustrationsfoto: Shutterstock/Eviart/BPI Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie/obs |

Starkes Übergewicht ist einer der größten Risikofaktoren für Diabetes. Die WHO: „Gesund essen, sich regelmäßig bewegen, normales Gewicht beibehalten und Tabakprodukte vermeiden sind Möglichkeiten, um Diabetes zu verhindern oder hinauszuzögern.“

Die WHO schätzt, dass sechs Prozent der Weltbevölkerung Diabetes haben. Das sind mehr als 420 Millionen Menschen. In absoluten Zahlen sind weltweit heute vier Mal so viele Menschen daran erkrankt wie 1980. 1,6 Millionen Menschen sterben durch ihre Krankheit jedes Jahr.

In der Coronavirus-Pandemie seien Diabetes-Kranke besonders gefährdet, weil sie bei einer Infektion eher mit einem schweren Verlauf der Krankheit Covid-19 rechnen müssten, so die WHO. In vielen Ländern ist die Versorgung von Diabetes-Patientinnen und -Patienten wegen der Pandemie erschwert oder unterbrochen. „Der Zugang zu lebenswichtigen Medikamenten einschließlich Insulin ist alarmierend niedrig“, sagt WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Gerade ärmere Länder brauchten finanzielle und logistische Unterstützung, um die Bevölkerung besser versorgen zu können.

Die weitaus häufigste Erkrankungsform von Diabetes ist der Typ 2. Ein hohes Risiko dafür haben vor allem ältere und übergewichtige Menschen. Bei ihnen sinkt die Wirksamkeit von Insulin im Körper mit den Jahren ab. Viele Erkrankte produzierten auch immer weniger von diesem lebensnotwendigen Stoffwechselhormon, das insbesondere den Kohlenhydratstoffwechsel steuert.

Typ-1-Diabetes bricht im Kindes- oder Jugendalter aus und ist vergleichsweise selten. Bei der Autoimmunerkrankung produziert die Bauchspeicheldrüse kein oder zu wenig Insulin. Vor allem junge Typ-1-Diabetiker mit gut eingestellten Werten und ohne Diabetes-Folgeerkrankungen haben nach Angaben der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) kein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf einer Corona-Infektion. Dies erklärte auch jüngst Dr. Laurent Crenier, Präsident der belgischen Diabetesvereinigung.

Indes weist die sozialistische Krankenversicherung Solidaris darauf hin, dass in Belgien jeder Zweite die Tatsache ignoriere, dass er Diabetes hat. Dabei lasse sich die Krankheit dank einer wirksamen Behandlung, obschon Diabetes weit verbreitet ist und noch nicht geheilt werden kann, so Soildaris in einer Mitteilung. „Der Erfolg der Behandlung hängt aber weitgehend vom Engagement des Diabetikers ab“, heißt es weiter.

In einer Broschüre („Diabetes - The Keys to Cure“) weist die Krankenversicherung ferner darauf hin, dass sich die Zahl der Menschen mit Diabetes bis 2030 verdoppeln könnte, wenn nichts unternommen wird. (mv/belga/dpa)

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