Schlimmer als beim letzten Mal kann es kaum werden, bei der Rückkehr ins Bremer Weserstadion steht für den 1. FC Köln allerdings auch einiges auf dem Spiel. Die „Werder-Retter“ aus der Domstadt wollen sich nicht nur für ihre fragwürdige Vorstellung am 34. Spieltag der Vorsaison rehabilitieren, sondern endlich auch die unglaubliche Serie von 16 Ligaspielen ohne Sieg beenden. „Das 1:6 ist uns noch ein Dorn im Auge. Wir wollen da noch etwas regeln“, sagte FC-Trainer Markus Gisdol vor dem Wiedersehen am Freitag (20.30 Uhr): „Für uns ist wichtig, dass wir unseren Weg weitergehen, den wir in den letzten Spielen eingeschlagen haben. Dann wird uns in Bremen sicher ein gutes Ergebnis gelingen.“
Am 27. Juni noch ließ sich der Geißbock-Klub gut gelaunt in der Hansestadt abschießen, man war ja bereits gerettet. Die Ovationen der Werder-Fans für die Kölner Spieler, die den Grün-Weißen durch ihre Passivität in die Relegation verhalfen, hingen dem FC nach –ebenso wie die Hypothek von zehn Bundesliga-Spielen ohne Sieg, die der Klub mitnahm in die Sommerpause. Sechs weitere Partien ohne Dreier sind hinzugekommen, nun steht dem FC selbst das Wasser bis zum Hals.
Gisdol, dessen Vertrag erst in der Sommerpause bis 2023 verlängert wurde, genießt dennoch das Vertrauen von Sportchef Horst Heldt. Und tatsächlich konnte man in den letzten Wochen einen zarten Aufwärtstrend erkennen. 1:1 gegen Frankfurt, 1:1 in Stuttgart, gegen den ohne mehrere Stars angetretenen Triple-Gewinner Bayern München (1:2) wäre mehr drin gewesen. Nun heißt es, das gute Gefühl in Punkte umzumünzen. „Wir haben da etwas geradezurücken“, kündigte auch Heldt vor dem Vergleich mit den gut gestarteten Bremern an, die mit neun Punkten den neunten Tabellenplatz belegen.
Allerdings wurde die Vorbereitung auf das Spiel durch zunächst unklare Corona-Befunde aufseiten der Kölner gestört. Aus Vorsicht wurden Pressekonferenz und auch Training verschoben, dem Spiel am Freitag stehe aber „nichts im Wege“, sagte Heldt. Am Abend bestätigte der Klub dann, dass alle Tests negativ ausgefallen seien. „Es würde uns guttun, wenn wir mal in Führung gehen. Das würde einiges leichter machen“, meinte Gisdol. Eile ist geboten, der Vereinsrekord steht bei 18 Spielen ohne Sieg. (sid/tf)

Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren