DG-Gesundheitsminister Antonios Antoniadis (SP) hatte sich nach eigenen Angaben schon vor geraumer Zeit für die Aufnahme von Patienten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sowie die Kostenübernahme durch den Föderalstaat stark gemacht.
Nicht nur die Corona-Infektionszahlen, sondern auch die Krankenhausaufenthalte nähmen täglich rapide zu. „Obwohl die Krankenhäuser ihre Bettenkapazitäten stark erweitert haben, stößt die Gesundheitsversorgung in den Krankenhäusern inzwischen fast an ihre Grenzen. Auch in Ostbelgien kämpfen Ärzte und Personal mit steigenden Patientenzahlen“, hieß es in einer Mitteilung aus dem Kabinett von Antoniadis. Aus diesem Grund habe sich der Gesundheitsminister bereits vor geraumer Zeit dafür eingesetzt, dass ostbelgische Patienten in den deutschen Krankenhäusern der Grenzregionen behandelt werden können. Entsprechende Kontakte mit der Brüsseler Regierung und der deutschen Politik sollten den Rahmen für Behandlungen im Ausland von nicht-intensiv- und intensivpflege-Patienten mit Covid-Diagnose ermöglichen.
Durch die Erweiterung der Bettenkapazitäten in den unmittelbaren Grenzregionen beabsichtigte Antoniadis, die eigene Krankenhäuser und das Pflegepersonal in Eupen und St.Vith zu entlasten. Zudem habe sich der SP-Minister dafür eingesetzt, dass die Kosten vom Föderalstaat übernommen werden und letzten Endes nicht die Patienten darauf sitzen bleiben.
Das auf den 29. Oktober datierte Rundschreien des Landesinstitutes sehe nun eine Kostenübernahme von Transport und anschließender Behandlung seitens des Föderalstaats vor, wenn Patienten aus einem belgischen Krankenhaus in ein anderes Krankenhaus eines anderen EU-Mitgliedsstaats, so zum Beispiel in Deutschland oder Luxemburg, verlegt werden müssten. Patienten, die selbstständig in einem Krankenhaus im Ausland vorstellig würden und in Belgien krankenversichert seien, würden hingegen weiterhin entsprechend der europäischen Richtlinie über die Patientenmobilität behandelt. Heißt: Die Kosten für die Auslandsbehandlung werden von der Krankenkasse bis zu der Höhe erstattet, die auch bei der entsprechenden Behandlung im Inland angefallen wären. „Ich möchte dem neuen (föderalen) Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke (SP.A), aber auch Jo De Cock und Chris Segaert vom Likiv für ihr offenes Ohr in dieser Sache danken. Das Coronavirus stellt für uns alle eine enorme Herausforderung dar, im Hinblick auf die grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung allerdings auch eine Chance“, so Gesundheitsminister Antoniadis, der die Regelung als Fortschritt in der grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung und Zusammenarbeit zwischen Krankenhäusern betrachtet. „Nicht unerwähnt bleiben müssen auch die ostbelgischen Krankenkassen, und insbesondere Hubert Heck von der Freien Krankenkasse, die für Rückfragen beratend zur Seite gestanden haben.“ (sc/red)

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