Europa gegen Corona: De Croo und Co. beraten bei Videogipfel

<p>Alexander De Croo schaltet sich heute mit den anderen Regierungschefs in der EU zusammen.</p>
Alexander De Croo schaltet sich heute mit den anderen Regierungschefs in der EU zusammen. | Foto: afp

Angesichts der Wucht der zweiten Corona-Welle in ganz Europa wollen die EU-Staats- und Regierungschefs am Donnerstag eine gemeinsame Linie bei Test- und Impfstrategien suchen. Dazu schalten sich Premierminister Alexander De Croo (Open VLD, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihre EU-Kollegen am Abend (18.30 Uhr) per Video zusammen.

Überall in Europa steigen die Infektionszahlen rasant. Allein in der vergangenen Woche gab es nach Angaben der EU-Kommission 1,1 Millionen bestätigte Corona-Fälle in Europa, täglich werden derzeit etwa 1.000 Covid-19-Todesfälle registriert. Nicht nur Belgien, sondern auch die EU-Partner fahren das öffentliche Leben zurück, um die Welle zu brechen.

Gemeinsame Kriterien für Risikogebiete und einheitliche Quarantäne und Testvorgaben. Genau das ist das Ziel von EU-Ratschef Charles Michel, der den Videogipfel einberufen hat. Konkret hofft der ehemalige Premierminister auf eine möglichst einheitliche Linie bei Quarantäneregeln, Tests und Tracing-Apps. Bisher habe man noch nicht die gewünschten Ergebnisse erzielt, räumte Michel diese Woche ein.

Tatsächlich lief die Abstimmung der EU-Staaten in der Krise vor allem am Anfang schlecht. Im Frühjahr verärgerten sich die Partner gegenseitig mit Grenzschließungen und Exportstopps für Schutzkleidung. Zeitweise stauten sich Lastwagen an den Grenzen über Dutzende Kilometer. Seither geben sich die Staaten mehr Mühe, an einem Strang zu ziehen. Allerdings: In der Gesundheitspolitik hat die EU kaum mitzureden, das ist Sache der Mitgliedsstaaten.

Einige konkrete Vorschläge für gemeinsame Maßnahmen hat EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Mittwoch dennoch gemacht. So legte sie eine Empfehlung für den Einsatz der neuen Antigen-Schnelltests vor, die binnen 15 Minuten ein Ergebnis zeigen. Diese könnten gemeinsam für die EU-Staaten beschafft werden.

Zur Rückverfolgung von Infektionen sollen die EU-Staaten kompatible Apps einführen und für die Nutzung werben. Zudem sollen sie der EU-Seuchenbehörde ECDC und der Kommission mehr Daten zum Infektionsgeschehen übermitteln. Auch bei den Impfstrategien sollen sich die Staaten abstimmen - zum Beispiel, wer zuerst geimpft wird, sobald ein Serum zur Verfügung steht.

Schließlich geht es auch um einen Konsens bei Quarantäne- und Testpflichten für Reisende. Bis Dezember soll ein einheitliches Formular erstellt werden, das Reisende ausfüllen müssen. So sollen mögliche Kontakte besser verfolgt werden können. (mv/dpa)

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