Kämpfe um Berg-Karabach toben trotz diplomatischer Bemühungen weiter

<p>Eine Hülle einer Rakete vom Typ „Smertsch“ ragt aus dem Boden. Im blutigen Konflikt um Berg-Karabach steigt die Zahl der Toten.</p>
Eine Hülle einer Rakete vom Typ „Smertsch“ ragt aus dem Boden. Im blutigen Konflikt um Berg-Karabach steigt die Zahl der Toten. | Foto: dpa

Die aserbaidschanische Seite macht wegen der Zensurbestimmungen während des geltenden Kriegsrechts keine Angaben zu Verlusten bei den Streitkräften. Die Militärführung in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku meldete den Abschuss eines Flugzeugs der armenischen Luftwaffe. Eriwan bestritt das. Die Zahl der getöteten Zivilisten liegt bei mehr als 100 insgesamt.

Seit 27. September dauern die schweren Gefechte um Berg-Karabach an. Aserbaidschan verlor in einem Krieg nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion vor rund 30 Jahren die Kontrolle über das bergige Gebiet mit etwa 145 000 Bewohnern. Seit 1994 galt eine brüchige Waffenruhe. Aserbaidschan kann sich in dem Konflikt auf seinen „Bruderstaat“ Türkei berufen. Russland wiederum ist Schutzmacht Armeniens.

Der aserbaidschanische Präsident Ilham Aliyev warf Armenien im Interview mit westlichen Medien eine Aggression gegen sein Land vor. Es sei dank moderner Waffen gelungen, den „Angriffskrieg“ abzuwehren, sagte er der Pariser Zeitung „Le Figaro“. „Wir haben eine neue Realität geschaffen.“ Außer vom Hauptlieferanten Russland beziehe Aserbaidschan Waffen aus der Türkei, dem Iran, aus Belarus und der Ukraine. Neben der Rückeroberung Dutzender Dörfer und Städte habe Aserbaidschan nun auch wieder die Kontrolle über 130 Kilometer der zuletzt von Armenien „okkupierten“ Grenze zum Iran, sagte er.

Die zuletzt unter Vermittlung Russlands vereinbarten Waffenruhen hatten nicht gehalten. Mit Blick auf eine Reise aserbaidschanischer und armenischer Diplomaten in die USA begrüßte der russische Präsident Wladimir Putin die Bemühungen der Amerikaner um Frieden. Putin hatte am Donnerstag bei einer im Fernsehen übertragenen Expertenrunde auch gesagt, dass bei dem Krieg knapp einen Monat nach Beginn der Kämpfe bisher rund 5000 Menschen ums Leben gekommen seien. Bislang vermittelt die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) unter dem Vorsitz von Frankreich, Russland und den USA weitgehend erfolglos in dem jahrzehntealten Konflikt. (dpa)

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