Eine klare Diagnose, welche Infektion im Einzelfall vorliegt, ist für Betroffene wie für Mediziner nicht ganz einfach. Zu sehr gleichen sich die Symptome: Das RKI nennt in seinem „Corona-Steckbrief“ als häufigste Anzeichen bei Covid-19 Husten (bei 45 Prozent der erfassten Fälle) und Fieber (38 Prozent). Daneben würden von vielen Patienten auch Schnupfen (20 Prozent) und ein Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns (15 Prozent) gemeldet.
Das Gesundheitsportal „aponet.de“ hat im Auftrag von Apotheken verglichen, welche Symptome bei Covid-19 und welche bei Grippe besonders häufig festgestellt werden. Typisch für beide Krankheiten sind demnach plötzlich auftretender Husten und Fieber sowie allgemeine Schwächegefühle. Hals, Kopf- und Gliederschmerzen sowie laufende Nasen würden deutlich häufiger bei Grippe-Patienten gemeldet, Geruchs- und Geschmacksverlust kämen hingegen bei Covid-Erkrankten öfter vor. Letzte Sicherheit über den Auslöser solcher Beschwerden gebe es aber letztlich nur durch einen Labortest.
Leichter abzugrenzen gegen diese beiden Krankheiten sind nach Aussage der Apotheker dagegen „banale Erkältungen“. Deren typische Symptome wie Halsschmerzen, Schnupfen, Abgeschlagenheit und Kopfschmerzen träten meist schleichend über mehrere Tage auf. Man fühlt sich zwar krank, aber nicht so vollkommen kraftlos wie bei einer echten Grippe.
Der Anteil sehr schwerer Verläufe ist bei Corona-Erkrankten deutlich höher als bei Grippe-Patienten. Das geht aus einer aktuellen RKI-Studie hervor. Im Schnitt blieben Covid-19-Patienten demnach länger in stationärer Behandlung und öfter und länger auf der Intensivstation. 22 Prozent der Covid-19-Patienten, aber nur 14 Prozent der Grippe-Patienten mussten an Beatmungsgeräte angeschlossen werden. (dpa)

Kommentare
„Der Anteil sehr schwerer Verläufe ist bei Corona-Erkrankten deutlich höher als bei Grippe-Patienten“, laut GE/dpa.
Gut, dann schauen wir mal genauer in diesen RKI-Bericht hinein, in dem die hospitalisierten Grippepatienten mit den hospitalisierten COVID-Patienten diesen Frühjahrs verglichen werden.
In der Tat, die Mortalität der COVID-Patienten ist fast doppelt so hoch (21%), wie diejenige der Grippepatienten (12%).
Die gute Nachricht hingegen wird von dpa verschwiegen, nämlich diese: „Im Betrachtungszeitraum gehörten 17 % der SARI-GW-Fälle zur Altersgruppe der Kinder unter 15 Jahren. Dagegen kamen nur 0,1 % der SARICOVID-Fälle aus dieser Altersgruppe (s. Abb. 2).“ („GW“ = Grippewelle)
Und wenn man nun fragliche Abb. 2 genauer betrachtet, lautet die gute Nachricht sogar, dass die gesamte Altersgruppe Kinder und Jugendliche unter 20 Jahren nur 0,1% der hospitalisierten Patienten ausmacht.
Das heißt also, dass die Grippe für Jugendliche bis 20 Jahren sage und schreibe 93 mal [= (17x0.12)/(0.1*0.22)] gefährlicher als COVID19 ist. Ich finde, das sollte erwähnt werden.
Quelle: https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2020/Ausgaben/41_20...
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