Virusbekämpfung 2.0: Werbung für Coronalert in der DG

<p>Gesundheitsminister Antonios Antoniadis und Karin Moykens, Vorsitzende des Interföderalen Komitees für Testing und Tracing, stellten am Freitagmorgen die App Coronalert in Eupen vor.</p>
Gesundheitsminister Antonios Antoniadis und Karin Moykens, Vorsitzende des Interföderalen Komitees für Testing und Tracing, stellten am Freitagmorgen die App Coronalert in Eupen vor. | Fotos: Ralf Schaus

Seit März hält die Corona-Pandemie die Welt in Atem. In vielen Ländern sind Wissenschaftler, Forscher und Techniker auf der Suche nach Mitteln und Wegen, um zumindest die Ausbreitung des Virus einzudämmen bzw. zu verlangsamen.

Sie möchten den kompletten Artikel lesen?
Zugang zu allen digitalen Inhalten bereits ab 11,60 € pro Monat!
Jetzt bestellen
Bereits abonniert?

Kommentare

  • Es ist schon mehr als befremdlich mit welchen irrsinnigen Argumenten diese, in meinen Augen sinnlose , App beworben wird : Endlich wieder chillen, shoppen oder anfeuern. Einfach idiotisch. Und dann zum Schluss noch "App an, Corona aus".
    Als wenn diese App irgendwas verändern oder Schutz bieten würde.
    Werde NIE diesen Mist runterladen !

  • Die Uni-Hasselt, deren Prof. Niel Hens Mitglied der GEES ist, erklärt auf ihrer Webseite, dass bei zunehmenden Infektionszahlen, die Kontaktverfolgung nicht mehr durchführbar sei („As the epidemic gains strength and the number of infected people increases, contact tracing is no longer feasible.“). Ich gehe davon aus, dass diese Bedingung der Undurchführbarkeit derzeit in Belgien erfüllt ist.

    Zu glauben, dass die Coronalert App nun das eigentlich Unmögliche möglich macht, ist meines Erachtens ein Irrglaube.

    Da wäre zunächst die fehleranfällige 1,5m Distanzmessung mittels Bluetooth, die auf dem Prinzip der Signalstärke setzt. So wird es passieren, dass auch die Signale von weiter als 1,5m entfernten Handys fälschlicherweise als stark genug erkannt werden. Man kann sich leicht ausrechnen, was das in einem vollbesetzten Zug für Auswirkungen auf die Anzahl der am Risikokontakt beteiligten Personen haben wird, siehe https://www.manager-magazin.de/politik/deutschland/coronavirus-die-fehle....

    Hinzu kommt, dass Coronalert nicht erkennen kann, und es ist später auch nicht mehr ermittelbar, ob die Beteiligten am Risikokontakt eine Maske trugen oder nicht. Also wird sie Alarm schlagen, selbst dann wenn alle Beteiligten am Risikokontakt Masken trugen. Nun sollte aber laut Van Gucht ein solcher Kontakt eben kein Risikokontakt mehr darstellen.

    Es ist also zu erwarten, dass Coronalert zigtausende Falschalarme auslösen wird, aufgrund derer tausende Bürger zu Unrecht in die Quarantäne geschickt werden. Selbst wenn der Benutzer der App sich vorbildhaft verhält, sprich immer Abstand hält und wie vorgeschrieben eine Maske trägt, läuft Gefahr, ins Coronalert-Informationsnetz gefangen zu werden. Das sollte jeder bedenken, der diese App freiwillig nutzt.

  • Was sollen wir uns noch alles aufdrängen oder verbieten lassen?
    ärzte-für-aufklärung.de scheint wenigstens menschlich zu argumentieren.

  • Die Art und Weise, wie die Corona-App beworben wird ist von ihrer Aussage her tatsächlich fragwürdig und wohl auch kontraproduktiv.
    Die Nutzung der App ändert weder an dem coronabedingt notwendigen angepassten Verhalten bei „Shoppen“, „Chillen„, „Anfeuern“ oder an den Hygieneregeln irgendetwas.
    Die fragwürdigen Slogans suggerieren jedoch genau dies.

    Statt „App an, Corona aus“ sollte es nach wie vor heißen: „Vernunft, Verstand und Verantwortungsbewusstsein an, Corona aus.“

    Diese App, die wie alle Corona-Maßnahmen in Belgien zu spät kommt, wird - ähnlich wie in Deutschland - wahrscheinlich keinen substantiellen Beitrag zur Eindämmung der Pandemie leisten können. Leider.
    Grund dafür sind nicht die von Herrn Schmitz angeführten „Argumente“ sondern der Laxismus und Fatalismus, mit dem Teile der Bevölkerung der Pandemie begegnen. Die Fallzahlen sprechen eine deutliche Sprache

    Hinzu gesellt sich sich dann noch die Agitation der Kämpfer für die unbegrenzte individuelle Freiheit, die nicht davor zurückschrecken, die Freiheiten der anderen zu diesem Zweck einschränken zu wollen.

    Dabei geschieht die Nutzung der App völlig freiwillig.
    Die Installation ist freiwillig, die Meldung einer Infektion ist freiwillig und die individuelle Reaktion auf eine Kontaktmeldung ist ebenfalls freiwillig.

    Niemand wird in Quarantäne geschickt!

    Es wird Menschen, die einen Beitrag dazu leisten wollen, die Verbreitung des Virus einzudämmen, ein zusätzliches (!) Instrument an die Hand gegeben. Mehr nicht.

    Als „obrigkeitshöriger“ Zeitgenosse habe ich die App am 1. Tag heruntergeladen (leider musste ich die deutsche App deaktivieren, da beide zusammen (noch) nicht funktionieren).
    Sollte ich irgendwann eine Meldung erhalten, dass ich einen potentiell gefährlichen Kontakt mit einem Infizierten hatte, werde ich mich testen lassen und meine sozialen Kontakt bis zum Testergebnis weiter reduzieren.

    Was genau ist hieran unzumutbar?

    Die Frage ob, wann und wie jemand bei diesem Kontakt eine Maske getragen hat, ist völlig irrelevant und dient nur dazu - wie gehabt - gegen alles zu wettern, was bei der Bekämpfung der Pandemie hilfreich sein kann.
    Die App ist, wie alle Verhaltensregeln ein Instrument der Vorsorge. Fremdwort?

    Man kann den politisch Verantwortlichen nur raten, diese völlig missratene Werbekampagne zu stoppen bzw. zu ersetzen.
    Sie ist kontraproduktiv und setzt - genauso wie die verabredeten Ausnahmeregeln beim Grenzverkehr- völlig falsche Signale.

Kommentar verfassen

4 Comments