Damit würden Wehrpflichtige zum Kriegsdienst eingezogen, hieß es in einem am Montag vom Präsidialamt in Baku veröffentlichten Schreiben. Am Sonntag hatte der autoritär regierende Staatschef das Kriegsrecht verhängt, nachdem Armenien den Kriegszustand ausgerufen hatte.
Die beiden Ex-Sowjetrepubliken kämpfen um die von Armenien kontrollierte Konfliktregion Berg-Karabach. Aserbaidschan stellte am Montag auch den Flugverkehr ein. Die Kampfhandlungen in der Konfliktregion dauern seit Sonntag unvermindert an. Beide Seiten gaben sich gegenseitig die Schuld am Aufflammen der Kämpfe.
Das armenische Außenministerium warf Aserbaidschan vor, Truppen aus der Türkei hinzugezogen zu haben. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es nicht. Aserbaidschan und Türkei arbeiten militärisch eng zusammen. Das aserbaidschanische Verteidigungsministerium teilte mit, bei einem Beschuss der Stadt Terter sei ein Mensch getötet worden. Bei den Gefechten am Sonntag in Berg-Karabach gab es nach offiziellen Angaben 16 Tote und mehr als 100 Verletzte. Die aserbaidschanische Seite sprach von 6 Toten und 26 Verletzten in den eigenen Reihen.
Die von Armenien kontrollierte Region mit geschätzt 145.000 Einwohnern gehört völkerrechtlich zum islamisch geprägten Aserbaidschan. Baku hatte in einem Krieg nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion die Kontrolle über das Gebiet verloren. Seit 1994 gilt in der von christlichen Karabach-Armeniern bewohnten Region eine Waffenruhe.
Zuletzt flammte der Konflikt 2016 auf - es starben mehr als 120 Menschen. Das völlig verarmte Armenien setzt auf Russland als Schutzmacht, das dort Tausende Soldaten und Waffen stationiert hat. Das öl- und gasreiche Aserbaidschan hat die Türkei als Verbündeten.


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