Bryson DeChambeau triumphiert bei US Open

<p>Bryson De Chambeau sorgt mit seinem kraftbetonten Spiel für Diskussionen in Golferkreisen.</p>
Bryson De Chambeau sorgt mit seinem kraftbetonten Spiel für Diskussionen in Golferkreisen. | Foto: dpa

Die riesige silberne US-Open-Trophäe für seinen ersten Major-Sieg stemmte Muskelprotz Bryson „Hulk“ DeChambeau locker in die Höhe. Der 27 Jahre alte Amerikaner bezwang in New York nicht nur die gesamte Welt-Elite, sondern auch den enorm schweren Kurs des Winged Foot Golf Clubs. Beim kurzen, öffentlichen Videochat mit seinen Eltern hatte er Tränen in den Augen. „Ich habe es geschafft“, stammelte der Muskelmann bei der Siegerehrung.

In der Finalrunde am Sonntag blieb DeChambeau mit seiner 67er-Runde als einziger Profi unter dem Platzstandard von 70 Schlägen. Für die vier Turnierrunden brauchte er insgesamt 274 Schläge - sechs Schläge weniger als der Zweite Matthew Wolf (USA/280), der am Morgen noch geführt hatte. Im Golfsport sind das Welten.

DeChambeau kreiert gerade ein neues Bild des Golfprofis – auch dank dieser massigen Arme, die ihm zu einem komplett neuen Erscheinungsbild und inzwischen auch zu zuvor bei ihm nicht für möglich gehaltenen Triumphen verholfen haben.

Über 20 Kilogramm legte der aktuell Weltranglistenvierte nach eigenen Angaben in kurzer Zeit an Muskeln zu. Knallhartes Hanteltraining und literweise Eiweiß-Shakes verwandelten den einst schlanken Kalifornier vor dieser Saison in eine Art „Hulk“. DeChambeaus neue Figur erinnert stark an den grünen Comic-Helden mit den überdimensionalen Muskelpaketen.

So kraftvoll, wie man es von einem Muskelprotz erwarten würde, schlägt DeChambeau auch ab. Wenn er die kleine weiße Kugel richtig trifft, bleibt sie auch schon mal jenseits der 350-Meter-Marke liegen. Puristen und Traditionalisten stößt er damit vor den Kopf, in den USA gibt es eine Debatte, ob man die Regeln anpassen muss – Golf soll weiterhin ein Sport bleiben, bei dem man viele verschiedene Techniken und Situationen zu beherrschen hat.

DeChambeau dagegen ließ sich auch von dem engen und als extrem schwierig geltenden Kurs des Winged Foot Golf Clubs nicht irritieren und prügelte seinen Ansatz von Donnerstag bis Sonntag durch.

Die Konkurrenz jedenfalls ist beeindruckt. „Ja, er tendiert irgendwie in die neue Richtung des Golfsports“, sagte der US-Profi Xander Schauffele, der in New York Fünfter wurde. „Er spielt unglaublich.“ Länge geht bei DeChambeau vor Genauigkeit. Mit seinen gewaltigen Abschlägen traf er an den vier Tagen nur 23 von 56 Spielbahnen. Meistens war sein Ball aber damit nah genug am Loch, sodass er auch aus dem tiefen, dichten Gras abseits der Faiways die Grüns angreifen konnte.

Bei diesen US Open ging es für DeChambeau auch darum, sich und allen anderen zu beweisen, dass es so funktioniert. „Zu 100 Prozent, kein Zweifel“, sagte er. „Für mich geht es um diese Reise, ob ich jeden Schlag besser wiederholen kann als jeder andere. Ich war dazu in der Lage diese Woche. Deswegen habe ich mit sechs Schlägen Vorsprung gewonnen.“ Der Lohn für diese Power-Leistung und den insgesamt siebten Erfolg auf der PGA-Tour: 2,25 Millionen US-Dollar.

Der belgische Golf-Profi Thomas Pieters rutschte nach einer 77er-Runde zum Abschluss auf einen geteilten 23. Platz ab. Thomas Detry landete unterdessen auf Rang 49.

Wegen der Corona-Krise waren keine Fans auf dem Golfplatz zugelassen, die DeChambeaus Spiel hätten bejubeln können - gesehen haben sie es aber. Und seine Muskeln auch. (dpa)

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