Gemeinde Raeren erteilt Windrad bei NMC eine Abfuhr

<p>NMC plant eine Windkraftanlage im Eynattener Ortsteil Rovert.</p>
NMC plant eine Windkraftanlage im Eynattener Ortsteil Rovert. | Foto: NMC

Die private Energie-Gesellschaft Luminus hatte kürzlich einen Bauantrag für eine Windkraftanlage auf dem Gelände des Unternehmens NMC im Gewerbegebiet Rovert in Eynatten gestellt. Das Gutachten der Gemeinde fiel nun ungünstig aus. Der Entschluss war einstimmig. Bevor man sich aber zu dieser Entscheidung durchgerungen habe, seien in den einzelnen Fraktionen heiße Diskussionen geführt worden.

Bürgermeister Erwin Güsting (Mit Uns) hob bei einer Pressekonferenz am Freitagmittag die beiden Punkte hervor, die aus Sicht der Gemeinde ausschlaggebend waren. Zum einen würden bei dem Projekt die Referenzahmen der Wallonischen Region und der Gemeinde Raeren nicht eingehalten. Die Gemeinde hatte erst 2019 eine Leitlinie verabschiedet, laut der nur Standorte für Windkraft unterstützt werden, die sich auf öffentlichen Parzellen befinden und einen Nutzen für Kommune und Bürger ergeben. „Das ist hier nicht der Fall“, so das Urteil von Erwin Güsting.

„Negative Auswirkungen auf das Industriegebiet für viele Betriebe und Mitarbeiter“

Als zweites wichtiges Argument führt er ins Feld, dass die Windkraftanlage „negative Auswirkungen auf das Industriegebiet für viele Betriebe und Mitarbeiter“ birgt. Güsting erklärte: „Die Gefahrenanalyse ergibt, dass das Umstürzen der Anlage, das Herabstürzen der Kanzel mit dem Generator oder Rotorbruch und Eiswurf eine direkte Gefahr für die umliegenden Betriebe, Gelände und Verkehrswege mit sich bringen.“ Außerdem könnte das Windrad ein mögliches Ausdehnen bestehender Firmen oder das neue Hinzukommen weiterer Firmen verhindern. Kurzum: Für das Gewerbegebiet Rovert sei das Windradprojekt von Nachteil.

Erwin Güsting fügte hinzu, er persönlich sei auch froh, diese „unschöne Landmarke“ zu vermeiden. Abgesehen von diesem ästhetischen Gesichtspunkt wollten er und seine Mitstreiter es aber auch vermeiden, einen Präzedenzfall in der Gemeinde oder der gesamten DG zu schaffen. Es sei nicht wünschenswert, dass „Bewohner ihr Grundstück vermieten, in der Hoffnung Geld damit zu machen und dann unzählige, einzelne Windräder aufgestellt werden“. Stattdessen bevorzugen die Mehrheitsfraktionen des Raerener Rates eine andere Vorgehensweise: „Wir befürworten kompakte Windparks mit beträchtlichen Abständen von Wohngebieten und Beteiligungsmöglichkeit zu Gunsten der Allgemeinheit unserer Gemeinde.“ (nawi)

Andere interessante Artikel auf GrenzEcho.net

Kommentare

Kommentar verfassen

0 Comment