Als Beispiel nannte er die europäische Russlandpolitik. „Natürlich ist der Blick nach Moskau ein anderer aus Warschau oder Tallinn als aus Lissabon oder Rom“, so der SPD-Politiker. Es sei daher gut gewesen, dass beim Treffen der europäischen Außenminister in Berlin vergangene Woche darüber gesprochen wurde.
Auch im Zuge des Brexits komme Ländern wie Italien, Spanien oder Polen größere Verantwortung für die Gestaltung europäischer Außenpolitik zu, sagte Maas. Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian erklärte, Großbritannien zeige sich derzeit „unnachgiebig und unrealistisch“, was ein Abkommen zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU angehe.
Maas und Le Drian betonten die Bedeutung der deutsch-französischen Freundschaft. Ein geeintes Europa brauche ein „deutsch-französisches Herz“, sagte Maas. Der deutsch-französische Motor sei eine Kompromissmaschine, ständig davon angetrieben, unterschiedliche Positionen auszugleichen. „Dass dies Reibung erzeugt, liegt auf der Hand. Aber nur so entstehen die Lösungen, die dann auch für andere in der EU tragbar sind.“
Le Drian hatte Maas zur Botschafterkonferenz nach Paris eingeladen. Diese soll auf die französischen EU-Ratspräsidentschaft im ersten Halbjahr 2022 vorbereiten. Derzeit hat Deutschland den Vorsitz.
Das deutsche Außenministerium hatte Paris erst vor rund einer Woche zum Corona-Risikogebiet erklärt. Reisen in Corona-Risikogebiete sind für Maas aber nichts Ungewöhnliches, zuletzt war er beispielsweise auch im Libanon oder in der Ukraine. Viele fürchten nun wegen der steigenden Corona-Zahlen in Frankreich, dass Deutschland bald eine Reisewarnung für das ganze Land aussprechen könnte. (dpa)

Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren