„Dass kriminelle Jugendbanden aus Brüssel an die Küste kommen, um Amok zu laufen, ist kein neues Problem“, sagte Demir. Die Lösung der Angelegenheit sei dabei ganz einfach. „Festnehmen und bestrafen. Punkt.“
Mit ihren Aussagen reagierte Demir auf einen Angriff der Grünen im flämischen Parlament. Die Oppositionspartei gab der 40-Jährigen in einer Debatte die Schuld daran, dass es am vergangenen Wochenende am Strand von Blankenberge zu Krawallen kam. „Groen will mich und die Tourismusbranche für die Gewalttaten verantwortlich machen. Das ist aber falsch“, so die Ministerin. Die Quelle des Problems lege nämlich nicht in Flandern, sondern in der Hauptstadt, wo Jugendbanden schlichtweg freie Hand gelassen werde. „Die ganze Angelegenheit hat nichts mit dem Tourismus an der Küste zu tun, sondern ist ganz einfach auf das Missmanagement in Brüssel zurückzuführen. [...] Und wer sitzt dort in Ausschuss? Richtig, die Grünen“, erklärt Demir im Interview mit der Tageszeitung „De Zondag“.
An der Küste war es am vergangenen Wochenende, wo sich trotz Corona extrem viele Menschen aufhielten, vielerorts zu Auseinandersetzungen gekommen. Vor allem im Küstenbadeort Blankenberge gab es mächtig Ärger. Dort war es zu einer Massenschlägerei am Strand und zu einem massiven Polizeieinsatz mit Festnahmen gekommen. Federführend bei den Krawallen soll eine Brüsseler Jugendgang gewesen sein.
Um ähnliche Zustände zu vermeiden, hatten die Bürgermeister der Küstengemeinden alles daran gesetzt, die Zahl der Tagestouristen dieses Wochenende zu beschränken, um eine Überfüllung der Badeorte abzuwenden. Die belgische Eisenbahngesellschaft (SNCB) hatte darüber hinaus ihre Sonderzüge ans Meer gestrichen. Aktionen, die Früchte getragen haben: Der erwartete Massenansturm auf die Strände blieb laut der Tourismusagentur der Provinz Westflandern, Westtoer, aus. Auch die zuständigen Polizeibehörden hatten keine großen Vorfälle zu melden. (belga/calü)

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