Coronakrise: Unfähigkeit zum Dialog schafft gefährliche Lage

<p>Coronakrise: Unfähigkeit zum Dialog schafft gefährliche Lage</p>
Illustration: belga

Am Wochenende fand in Berlin die bislang wohl größte Demonstration gegen die Maßnahmen der deutschen Regierung zur Bekämpfung einer erneuten starken Verbreitung des Virus statt. Sorge bereitet vor allem die Mischung der Unzufriedenen: Neben eingefleischten Verschwörungstheoretikern und notorischen Gegnern von Staatsgewalt findet man Bürger, die zum Teil von den Maßnahmen der Regierungen zur Bekämpfung der Pandemie selbst schwer getroffen sind und ihrem Unmut Luft verschaffen wollen: ohne jegliche aufrührerische oder staatszersetzende Absicht. Aber mit Wut im Bauch.

Nach dem Motto „Mitgefangen, mitgehangen“ werden auch diese besorgten Mitbürger in die gleiche Schublade gesteckt wie Corona-Leugner oder mit irgendeinem anderen fragwürdigen Stempel versehen.

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Kommentare

  • Lieber Herr Schmitz, wo holen Sie eigentlich den Schwachsinn her, den Sie hier (manchmal) verbreiten? Sie glauben doch wohl selbst nicht alles, was Sie schreiben...
    Bei einem so intelligenten Menschen fehlt mir da einfach der Glaube. Das ist nicht ironisch gemeint!

  • Sehr geehrter Herr Leonard,
    Ich werde den Eindruck nicht los, dass Sie fest daran glauben, dass eine überwältigende Mehrheit die Maßnahmen zur angeblichen Bekämpfung der Pandemie gutheißen. Da sollte ein (wiederholter) Blick auf Fakten erlaubt sein.
    So wurde z.B. die seit dem 17. Juni in Deutschland verfügbare Corana-App nur knapp 16 Millionen Mal heruntergeladen. Dh. rund 60 Millionen potentielle Nutzer weigern sich, ihren persönlichen Beitrag zur Bekämpfung zu leisten. Alles verantwortungslose Durchgeknallte?
    (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1125951/umfrage/downloads...)

  • Dass jemand „geltendes Recht nicht mehr als bindend betrachtet“, mag durchaus daran liegen, dass er glaubt „für die gerechte Sache zu kämpfen“.
    Es kann aber auch daran liegen, dass dieses „geltende Recht“ bisweilen zur Farce geworden ist, und das nicht nur, weil die Verfassung immer heftiger mit Füßen getreten wird, sondern auch weil flagrante handwerkliche Mängel zu beobachten sind, siehe Kontaktblasen-Chaos, Maskenpflicht am Strand, Zuschauerverbot entlang von Rallyestrecken (wer ist wann, wo, von was ein Zuschauer?), Stadionverbot bei Fußballspielen, aber Public-Viewing im Kino erlaubt, willkürliche Sperrstunden und Ausgehverbote, fehlende Festlegung von Sanktionen, fehlende klare Zielsetzung der Verordnungen und Gesetze (Infektionen eindämmen oder Krankenhäuser entlasten?), fehlende Kriterien für Aufrechterhaltung bzw. Aufhebung von Einschränkungen, etc.

    Wer Gesetze und Verordnung derart arglos im Minutentakt raushaut und glaubt, dass „der (mögliche) gute Zweck die Mittel heilige“, fügt dem Rechtsstaat größeren Schaden zu, als mancher kruder Verschwörungstheoretiker.

  • Wird hier eine ähnliche Dialogbereitschaft und differenzierte Sichtweise gefordert, wie bei der „differenzierten“ Berichterstattung des GE-Chefredakteurs über die vermeintlichen Missstände im Seniorenheim Bütgenbach?

    Lügenpresse, Lügenpresse skandierten die Berliner Demonstranten als ein ZDF-Team sich unter die Demonstranten mischte. Letztlich mußte die Journalistin und ihr Team vorsorglich vor dem Mob geschützt werden. Dialogbereitschaft?

    Wer sich freiwillig einer Demo anschließt, in der es von Verschwörungstheoretikern, Durchgeknallten und Extremisten nur so wimmelt und die alles andere, nur nicht dialogbereit waren, darf sich nicht wundern, wenn sein auch noch so berechtigtes Anliegen im Gegröle untergeht.

    „Schauen sie doch wie viele wir sind. Wir können uns doch nicht irren“ lautete das Argument eines Teilnehmers, in voller Überzeugung der „Corona-Lüge“ und Manipulation durch die Wissenschaft und Politik.
    Die Antwort auf Frage, wer hier wen manipuliert lieferten die Demo-Veranstalter und Teilnehmer gleich im Dutzend mit. Sie gipfelte dann in der absurden Behauptung, 1,3 Millionen statt der geschätzten 25.000 Teilnehmer hätte die Demo versammelt.

    Dass bei der Demo zudem jegliche Corona-Verhaltensregeln über Bord geschmissen wurden und damit fahrlässig mit der Gesundheit, auch von nicht Beteiligten gespielt wurde, scheint dem GE-Chefredakteur keine Erwähnung wert. Passt ja auch nicht so recht zur Dialogbereitschaft.

    Ein Dialog kann nur mit Menschen geführt werden, die ein Mindestmaß an Fakten und Realitäten zur Kenntnis nehmen und nicht mit jenen, deren gesellschaftlicher Beitrag zu Bekämpfung der Pandemie nur darin besteht, zwanghaft vermeintliche Fehler in den Aussagen der Wissenschaftler aufdecken zu wollen, aus Prinzip zu opponieren, die staatlichen Organe in Frage zu stellen oder ohne jegliche Qualifikation, wissenschaftliche Positionen ins Lächerliche zu ziehen.

    „Obrigkeitshörig“ ist die jüngste Bewertung für diejenigen, die die Pandemie ernst nehmen und die für eine solidarische und verantwortungsbewusste Haltung im Kampf gegen das Virus werben.

    Den Kämpfern für „Freiheit und Selbstbestimmung“ ist immer noch nicht aufgefallen, dass es ihr eigenes Verhalten ist, dass Maßnahmen, die unsere aller Freiheit - in, angesichts der Herausforderung allerdings erträglichem Maße - beschneidet, erst notwendig machen.

    Wäre es nicht interessant einmal zu hinterfragen, was die lautstarken und unermüdlichen Corona-Agitatoren, die sich bei uns erstaunlicherweise - wie Lorenz Paasch kürzlich anmerkte - vornehmlich im Süden der Gemeinschaft tummeln, tatsächlich antreibt?

    Eine von gesamtgesellschaftlicher Verantwortung geprägte Motivation ist es wohl eher nicht.

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