Walhorn und Raeren sagen ihre Kirmesfeiern für 2020 ab

<p>In Walhorn, wo dieses Foto entstand, und Raeren wird in diesem Jahr auf die Organisation von Kirmesfeierlichkeiten verzichtet.</p>
In Walhorn, wo dieses Foto entstand, und Raeren wird in diesem Jahr auf die Organisation von Kirmesfeierlichkeiten verzichtet. | Foto: Klaus Schlupp

Es war eine sehr lange, schwere aber verantwortungsbewusste Geburt, aber jetzt steht es fest: In diesem Jahr findet weder in Walhorn noch in Raeren eine Kirmes statt. Grund sind natürlich die steigenden Infektionszahlen und die Reaktionen des Nationalen Sicherheitsrates.

„Wir hatten überlegt, zumindest einen kleinen Frühschoppen zu machen und vor allem den 75. Geburtstag unseres Pastors François Palm nachzufeiern“, erzählt José Grommes. Auch ein Mülltonnenrennen stand in der Überlegung. Doch der beliebte Pfarrer ist gesundheitlich angeschlagen und befindet sich nicht vor Ort. Aber immerhin: „Wenn Kirchweih ist, ist nun einmal Kirchweih“, sagt Grommes. Also wird dieser Tag nicht einfach so vorübergehen. Ein Festgottesdienst wird mit Abstandsregeln, Pater Johannes Batenderana als Zelebranten und verminderter Teilnehmerzahl stattfinden. „Aber wir wollen zumindest symbolisch zeigen, dass Kirmes ist“, so der Präsident der Vereinsgemeinschaft Walhorn.

An den Häusern in Walhorn wird es bunte Ballons geben, die dann später in den Himmel fliegen. Die Kinder können gerne kleine Botschaften an die Schnüre knüpfen. Wichtig ist Grommes, zu betonen, dass die Ballons biologisch abbaubar sind. So landen diese wenigstens nicht im Magen von Fischen oder Kühen, sondern werden zu Kompost.

So will man daran erinnern, dass eigentlich Kirmes ist, und es im nächsten Jahr endlich wieder ein großes Dorffest mit dem berühmt-berüchtigten Rasentraktorrennen, dem Hindernislauf für die ganze Familie, dem Frühschoppen mit der Harmonie NOW und einem großen Spezialbierangebot, der Mini-Playback Show und besonderen Überraschungen geben wird. So waren ja im letzten Jahr immerhin Megastars wie „Helene Fischer“, „Wolfgang Petry“ und „DJ Ötzi“ bzw. sehr gute Imitatoren der Sänger am Start.

Auch in Raeren lebt die Kirmes von der Gemeinschaft im Dorf. Die Starkbierbude der Pfadfinder ist pickepackevoll, gegenüber steht die KLJ mit edlen Weinen, die mal aus Frankreich und mal aus Deutschland kommen. Andere Vereine bieten an ihren Buden Leckereien und andere schöne Dinge für den guten Zweck feil, während sich mancher Besucher „eine Fritte schießt“ oder eine Runde mit Autoscooter oder Karussell dreht. Alles tolle Aktivitäten, nur leider nicht coronakompatibel.

Auf Vereinsseite war man eher dafür, auf Aktivitäten während der Kirmes zu verzichten. Schließlich müsse für Infektionssicherheit gesorgt sein und die Maskenpflicht nebst den notwendigen Abständen in einem Zelt durchgesetzt werden, hieß es von dort. Auch sah man es schon früh problematisch, die Höchstteilnehmerzahl zu garantieren.

Bürgermeister Erwin Güsting (Mit uns) hatte lange für eine „Kirmes light“ plädiert, idealerweise unter Beteiligung der Vereine. Man habe sich Gedanken gemacht, wie etwa mit Einbahnregeln und reduziertem Programm das Volksfest zu retten sei. Aufgrund der neuen Coranamaßnahmen sei eine Kirmes inzwischen aber nicht mehr zu verantworten, sagte Güsting dem GrenzEcho.

Das gelte auch für den Keramikmarkt, der für den 12. und 13. September an der Burg Raeren geplant war.

Es bleibt aber die Hoffnung, dass 2021 die Pandemie vorbei ist und es Raerener wie Walhorner dann wieder richtig krachen lassen und doppelt konsumieren, damit die Vereine wieder die Kassen füllen können.

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