Pünktlich zum neuen Schuljahr soll an der Gemeindeschule Lichtenbusch ein dritter Container bezugsfertig sein. Er soll Platz für eine zusätzliche Klasse, ein Lehrerzimmer und einen Versammlungsraum schaffen. „Nummer drei“ wird auf einen bereits bestehenden Container „draufgesetzt“. Es ist wohlgemerkt eine Notlösung, um die räumliche Situation der Schule zu entspannen. Dessen sind sich alle kommunalpolitischen Vertreter bewusst. Auf lange Sicht, so die einhellige Meinung, muss eine grundsätzliche Entscheidung her. Getreu dem Motto: Lichtenbusch, quo vadis?
„Es gibt keinen Grund, eine Entscheidung weiter hinauszuzögern“, sagt Mario Pitz.
Doch während die blau-grüne Mehrheit derzeit noch auf die Bremse zu drücken scheint, fordert die CSL-Opposition im Gemeinderat nun Klarheit. Sie hat das Thema auf die Tagesordnung der nächsten Gemeinderatssitzung am Donnerstag gesetzt, weil das Gemeindekollegium dies nicht tat. „Denn alle notwendigen Zahlen und Fakten liegen mittlerweile auf dem Tisch. Es gibt keinen Grund, eine Entscheidung weiter hinauszuzögern“, sagt CSL-Mandatar Mario Pitz. Er bezieht sich auf die Machbarkeitsstudie, die von der Kommune bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft SPI in Auftrag gegeben worden war und deren Ergebnisse nun vorliegen. Diese Expertise, so der Grundgedanke, soll die Basis für das weitere Vorgehen in der „Akte Lichtenbusch“ bilden.

Für die CSL lassen die Zahlen der SPI-Studie nur eine Schlussfolgerung zu: Für die Schule in Lichtenbusch stellt ein Neubau die beste Lösung dar. Eine Fusion mit der Nachbarschule in Eynatten, wie sie im Zuge der Analyse ebenfalls geprüft wurde, berge indes mehr Nach- als Vorteile. Mario Pitz rechnet vor: „Die Baukosten, die eine Fusion in Eynatten mit sich bringen würde, sind mit drei Millionen Euro im Vergleich zu den Baukosten eines Neubaus in Lichtenbusch für 3,3 Millionen Euro nur geringfügig geringer.“ Eine Differenz von 300.000 Euro sollte aus Sicht seiner Fraktion nicht ausschlaggebend sein, um den Verlust der Schule für das Dorf Lichtenbusch zu rechtfertigen. Ganz zu schweigen von dem erhöhten Verkehrsaufkommen, den ein täglicher „Umzug“ der Lichtenbuscher nach Eynatten nach sich ziehen würde, und der Verringerung der Lebensqualität, die eine Fusion für Lichtenbusch bedeuten würde.
Eile sei in dieser Angelegenheit zudem aus einem weiteren entscheidenden Punkt geboten, wie CSL-Vertreter Jérôme Franssen findet: „Ab 2024 greift die Herabsetzung des Kindergarteneintrittsalters von drei auf 2,5 Jahren. Dann werden also noch mehr Schüler in Lichtenbusch zu erwarten sein.“ Aktuell umfasst der Schulstandort Lichtenbusch 69 Kindergartenkinder und 84 Schüler, sodass man insgesamt auf 153 Kinder kommt. „Von einer winzigen Dorfschule kann also nicht die Rede sein. Zahlenmäßig ist Lichtenbusch nur ein bisschen kleiner als Hauset – und diesen Standort stellt ja auch keiner in Frage“, macht Mario Pitz deutlich, dass man sich für eine Beibehaltung des Standorts in Lichtenbusch stark macht. Fraktionskollegin Fabienne Xhonneux pflichtet ihm bei: „Man hat in den letzten Jahren alles rauf und runter diskutiert und man kann das sicherlich auch noch weitere Jahre tun. Aber irgendwann muss man einfach eine Entscheidung treffen. Es ist ja in der Folge auch nicht so, dass ein Bau innerhalb kürzester Zeit fertiggestellt würde.“
Opposition hofft auf Grundsatzentscheidung in der nächsten Sitzung des Raerener Gemeinderats.
Fraktionsintern hat die CSL jedenfalls schon mal ihre Entscheidung getroffen: für eine Beibehaltung des Schulstandortes in Lichtenbusch, für einen Neubau. Jetzt hofft sie, auch die Ratskollegen von Mit Uns und Ecolo von dieser Positionierung überzeugen zu können. Dies so schnell wie möglich, am liebsten schon am kommenden Donnerstag. Denn klar ist auch für die Opposition: Bei der Planung eines Bauprojekts dieser Größenordnung sollten alle kommunalpolitischen Kräfte an einem Strang ziehen.

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