Frankreich bereitet sich auf Touristen aus Europa vor

<p>Vom Wasser aus werden die Strände (wie hier in Nizza) für die Sommersaison „fit“ gemacht.</p>
Vom Wasser aus werden die Strände (wie hier in Nizza) für die Sommersaison „fit“ gemacht. | Foto: afp

An den Wochenenden kämen normalerweise viele deutsche Touristen zum Shoppen über die Grenze, diese hätten in den vergangenen Wochen natürlich gefehlt, sagte eine Besitzerin eines Souvenirladens am berühmten Straßburger Münster. „Wir hoffen, dass die Leute Lust haben, jetzt auch wieder nach Ostfrankreich zu kommen.“ Die Region war von der Coronavirus-Pandemie besonders schwer getroffen worden.

Der größte Teil der Besucher kommt nach Angaben der regionalen Tourismusbehörde aus Frankreich. Die zweitgrößte Gruppe sind die Deutschen, dann folgen Belgier und Schweizer. Bisher seien noch nicht alle Sightseeing-Schiffe wieder im Einsatz, erklärte ein Mitarbeiter des Ausflugsboot-Betreibers „Batorama“, der Rundfahrten auf der Ill in der Elsass-Metropole anbietet. Straßburg sei vor allem bei Touristen aus Asien ein beliebtes Ziel. Diese dürften derzeit aber noch nicht nach Frankreich einreisen.

Ähnlich sieht es auch in Paris aus. Die Stadt ist verhältnismäßig leer - an Sehenswürdigkeiten wie der Kathedrale Notre-Dame ist nichts los. Am Seine-Ufer lässt sich im Gegensatz zur normalen Situation leicht ein nettes Plätzchen finden. Auch in Luxuskaufhäusern wie den Galeries Lafayette, in denen eigentlich dichtes Gedränge herrscht, sind gefühlt mehr Verkäuferinnen und Verkäufer als Kunden unterwegs. Restaurants und Bars dürfen in der Hauptstadt vorerst nur Gäste auf ihren Terrassen empfangen - die Stadt gleicht einem einzigen Freiluftcafé.

Die wohl berühmteste Pariser Sehenswürdigkeit, der Eiffelturm, öffnet erst Ende Juni wieder. Auch große Museen wie der Louvre oder das Musée d'Orsay sind noch nicht wieder offen. Die Strände in den Badeorten am Atlantik oder in Südfrankreich haben auch wieder geöffnet. Einige von ihnen etwa in Nizza oder Cannes werden sogar regelmäßig desinfiziert. Die Franzosen dürfen bereits seit Anfang Juni wieder verreisen.

Darüber hinaus will Frankreich seine wegen der Corona-Pandemie geschlossene Grenze zu Ländern außerhalb des Schengen-Raums ab 1. Juli schrittweise wieder öffnen. Die Wiedereröffnung werde auf Grundlage der jeweiligen gesundheitlichen Lage der verschiedenen Drittstaaten erfolgen, teilten Außenminister Jean-Yves Le Drian und Innenminister Christophe Castaner am Freitag mit. Darüber hinaus werde man sich an die bis dahin auf europäischer Ebene beschlossenen Vereinbarungen halten.

Zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie hatten sich Mitte März alle EU-Staaten außer Irland sowie die Nicht-EU-Staaten Schweiz, Norwegen, Liechtenstein und Island darauf geeinigt, nicht zwingend notwendige Reisen in die EU zunächst zu verbieten. Die EU-Kommission empfahl den Mitgliedsstaaten am Donnerstag, das Reiseverbot ab 1. Juli schrittweise aufzuheben. Bis dahin sollten die EU-Staaten eine Liste mit Ländern erarbeiten, für die die Beschränkungen aufgehoben werden könnten.

Le Drian und Castaner bestätigten zudem, dass ab 15. Juni die Beschränkungen für Reisen in die EU aufgehoben würden. Menschen aus EU-Mitgliedsländern sowie unter anderem aus Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz könnten ohne Einschränkungen oder Quarantäne einreisen. Beschränkungen würden aber weiter für Reisen von und nach Spanien und Großbritannien gelten. (dpa)

Kommentare

Kommentar verfassen

0 Comment