Wenn Wissenschaftler „Macht“ geleckt haben

Der Infektiologe Van Laethem betrachtet sich als „Fahrlehrer“ der glaubt, uns, den „Fahrschülern“, darüber belehren zu müssen, wie wir uns auf der „Straße“ (dem Alltag) zu verhalten haben (GrenzEcho vom 5. Juni). Wir sind in seinen Augen blutige Anfänger, denen man nicht zu viel zutrauen darf, am besten ständig im Auge behält und bei Bedarf wieder den „Führerschein“ entzieht. Es geht längst nicht mehr um die Gesundheit, denn wenn man die Übersterblichkeitszahlen betrachtet (euromomo.eu), ist die Pandemie in Europa überstanden. Würde der Virus den Namen „Grippe“ tragen (wie in 2017/18), würden alle Gesundheitsämter die Grippewelle in Anbetracht der nackten Zahlen als überstanden abhaken. Das erklärt wohl auch, warum jetzt die Sterbezahlen nach den verschiedenen Lockerungen nicht mehr ansteigen. Mir scheint eher, dass die Experten Gefallen an der Macht gefunden haben, die ihnen eher zufällig in die Hände fiel. Ihnen dämmert, dass, wenn Corona keine Thema mehr ist, sie in ihre alte, dann gefühlte Bedeutungslosigkeit zurückfallen werden. In Mafia-Kreisen scheint nicht ohne Grund das geflügelte Wort „Macht ist geiler als Sex“ zu kursieren.

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Kommentare

  • Ja, Herr Hezel, wenn das so einfach wäre, sich auf „qualifizierte, anerkannte und fachlich gegengeprüfte Virologen“ zu verlassen. Denn wem genau soll man wann Glauben schenken? Die einen lehnen einen Lockdown ab (Tegnell, Bhakdi), stellen sein Ausmaß in Frage (Streeck), andere finden Schulschließungen zunächst nicht erforderlich um dann später das Gegenteil zu behaupten (Van Ranst).

    Und wer von ihnen hat seine Thesen gegenprüfen lassen? So räumen Prof. Niel Hens et al. ein, dass ihr “COVID-19 report on a meta-population model for Belgium: a first status report” vom 18. Mai 2020 noch immer nicht gegengeprüft ist, siehe https://www.uhasselt.be/Images/DSI/report_meta.pdf. Das ist in Anbetracht der Bedeutung und Dringlichkeit sehr erstaunlich, bildet dieser Bericht doch u.a. die Grundlage für den aus meiner Sicht zu zögerlichen Ausstieg Belgiens aus dem Lockdown.

    PS: Ich habe Prof. Niel Hens auf einige in diesem Bericht enthaltene Merkwürdigkeiten hingewiesen, aber bis heute noch keine Antwort erhalten.

  • Die 482 Menschen (Stand 11/06/2020, Quelle: Sciensano), die in den Krankenhäusern des Landes um ihre Gesundheit kämpfen, und die 99 Menschen, die auf den Intensivstationen um ihr Leben ringen, werden wohl eine andere Definition von "überstanden" haben...

    In einer Pandemie lasse ich mich doch lieber von qualifizierten, anerkannten und fachlich gegengeprüften Virologen leiten, als von Herrn Schmitz aus St. Vith.

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