Barnier: Großbritannien hält sich nicht an Abmachungen

<p>Brexit-Chefunterhändler Michel Barnier</p>
Brexit-Chefunterhändler Michel Barnier | Foto: belga

Sollte sich London nicht am Wortlaut der Politischen Erklärung orientieren, auf die sich beide Seiten im vergangenen Herbst als Ausgangspunkt für die Verhandlungen über das künftige Verhältnis geeinigt hatten, werde es kein Abkommen geben, warnte der Franzose.

Unterhändler beider Seiten beginnen am Dienstag in einer vierten und möglicherweise entscheidenden Verhandlungsrunde über ein Anschlussabkommen für die Zeit nach der Brexit-Übergangsphase. Die bisherigen drei Runden waren enttäuschend verlaufen. Knackpunkte sind vor allem die Forderung Brüssels nach gleichen Wettbewerbsbedingungen, das Thema Fischerei und die Rolle des Europäischen Gerichtshofs bei möglichen Streitigkeiten.

Großbritannien ist Ende Januar aus der EU ausgetreten. Bis Ende des Jahres gilt eine Übergangsphase, in der das Land noch zum Binnenmarkt und zur Zollunion gehört. Sollte in dieser Frist kein Abkommen über die künftigen Beziehungen gelingen, müssten Zölle und andere Handelsbeschränkungen eingeführt werden.

Eine Verlängerung der Übergangsfrist um bis zu zwei Jahre wäre möglich. Diese Option, über bei einem Gipfeltreffen im Juni entschieden werden soll, lehnt der britische Premierminister Boris Johnson aber strikt ab. Man setze darauf, dass es zu einem Durchbruch auf politischer Ebene kommt, hieß es kürzlich aus Verhandlungskreisen in London. (dpa)

Kommentare

  • Leider haben bei den Briten nicht die Jungen entschieden , denn die waren Wahlfaul oder haben es nicht ernst genommen. Jetzt hat Johnson seine eigen Polemik an der Backe.
    Das Empire ist liebenswerte Vergangenheit , jetzt brauchen sie Europa, wollen es offiziell aber nicht wahr haben.
    Die Briten rasseln mit allem was sie haben, doch dies ist nicht viel.
    Barnier versteht sein Handwerk und wird es schon richten. Denn ohne Europa sind sie ein einsames Inselvölkchen , welches GB in eine unbedeutende Inselgruppe verwandeln wird.

  • In dieser Woche haben Macron und Merkel einen 500 Milliarden € Rettungsschirm für Eu-Staaten in Zeiten der Coronakrise angestoßen, Hauptnutznießer sollten die am stärksten betroffenen Länder wie Italien, Spanien, Frankreich sein, jeder andere EU-Mitgliedsstaat im Rahmen seiner jeweiligen Betroffenheit. Auch Großbritanien ist von der Coronakrise stark betroffen und hat außerdem in den Jahrzehnten Mitgliedschaft in der Eu immer gern mit am reichlich gedeckten EU-Tisch gesessen, hat sich aber jetzt durch den durchpepuschten Brexit selbst den Stuhl vor die Türe gesetzt. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

  • .. wer glaubt den Engländern denn jetzt noch...

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