Letztes Wochenende hat das Personal des Brüsseler Krankenhauses St.Pierre Sophie Wilmès ziemlich auflaufen lassen. Bei ihrer Ankunft am Hospital hatte die Belegschaft der Premierministerin demonstrativ den Rücken zugedreht, um so ihrem Frust über die derzeitige Situation Ausdruck zu verleihen.
Das Pflegepersonal beklagt sich aktuell nicht nur über eine schlechte Bezahlung, sondern auch über mangelnde politische Aufmerksamkeit für die harte Arbeit, die es in den vergangenen Monaten geleistet hat.
Wilmès zeigte Verständnis für den „kühlen“ Empfang. „Jeder weiß um die schwierige Situation, in der die Pflegekräfte sich befinden. Das war schon vor der Krise so, und die Probleme sind nur noch größer geworden. [...] Es wird notwendig sein, etwas mehr für das Pflegepersonal zu tun. So viel steht fest“, gab die 45-jährige Brüsselerin zu verstehen und kündigte an, „schnell“ Gespräche mit den Vertretern des Pflegepersonals aufnehmen zu wollen. In erster Linie solle es dabei um Lohnerhöhungen und bessere Arbeitsbedingungen gehen.

Am Samstag machte sich Wilmès erneut auf, um zwei Spitälern einen Besuch abzustatten. Den Anfang machte die Premierministerin am Samstagmorgen in der Gemeinde Ath (Provinz Hennegau). Einen „kühlen“ Empfang wie in Brüssel bekam die Regierungschefin dieses Mal allerdings nicht.
Im Hospital Epicura machte sich die MR-Politikerin ein Bild der aktuellen Lage und ließ sich über die Probleme, die seit dem Beginn der Coronakrise aufgetreten sind, informieren. Für Aths Bürgermeister Bruno Lefebvre (PS) war es wichtig, dass Wilmès den Weg in seine Gemeinde gefunden hat. „Denn der Besuch hat ihr einmal mehr vor Augen geführt, wie wichtig das Personal ist und welche Lücken in der Gesundheitsversorgung schnellstmöglich geschlossen werden müssen“, so Lefebvre.
Im Nachmittag ging es für Wilmès weiter nach Hasselt (Provinz Limburg), wo sie im Jessa-Krankenhaus vorstellig wurde. Auch hier gab's zum Empfang keine Abfuhr für die Premierministerin. „Sie hat sich intensiv mit Ärzten und Krankenpflegern, die an vorderster Front arbeiten, über ihre Erfahrungen der letzten zwei Monate ausgetauscht“, erkärte eine Krankenhaus-Sprecherin den Medienvertretern. Darüber hinaus machte Wilmès in der Hasselter Klinik auch einen Abstecher auf die „Nicht-Covid19-Station“, um auch dort dem Personal für ihre essenzielle Arbeit zu danken. Zum Abschluss nutze Wilmès die Gunst der Stunde, um sich noch mit Gewerkschaftsvertretern auszutauschen. (belga)

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