Politiker und Experten fordern: Arznei und Impfstoff müssen öffentliches Gut sein

<p>Politiker und Experten fordern: Arznei und Impfstoff müssen öffentliches Gut sein</p>
Illustrationsfoto: Friso Gentsch/dpa

Der Zugang müsse „gerecht und allgemein“ sein. Solidarität und eine enge Koordination seien die effektivste und sicherste Antwort auf die Krankheit, betonte der Kommissionssprecher. Dem Statement waren Aussagen vonseiten des Generaldirektors des französischen Pharmagiganten Sanofi, Paul Hudson, vorausgegangen, dass die USA in Zukunft einen Vorrang beim Zugriff auf einen Impfstoff bekommen könnten. Der Frankreich-Chef von Sanofi, Olivier Bogillot, bestätigte das in einem Interview mit dem französischen Fernsehsender BFMTV am Donnerstag nicht. Es stimme, dass der Pharmakonzern eine Zusammenarbeit mit der US-Regierung begonnen habe. Die EU müsse ebenso „wirksam“ dabei helfen, den Impfstoff verfügbar zu machen, betonte Bogillot.

Sobald ein Impfstoff entwickelt sei, werde die EU-Kommission darauf hinarbeiten, dass er so schnell wie möglich zugelassen werde. Dann sollte der Zugang gesichert und eine Ausweitung der Produktion in Europa in Betracht gezogen werden, erklärte der Kommissionssprecher.

Unterstützung bekommt er dabei von mehr als 140 Präsidenten, Ex-Politikern und früheren hohen UN-Vertretern, die die kostenlose Verteilung von Medikamenten oder Impfstoffen gegen das neue Coronavirus fordern, wenn sie entwickelt sind. Wirkstoffe dürften keinen Patentschutz haben, müssten in großen Mengen produziert und allen Menschen weltweit zur Verfügung gestellt werden, heißt es am Donnerstag in einem offenen Brief auf Initiative der Hilfsorganisation Oxfam und von UNAIDS.

Zu den Unterzeichnern gehören nach ihren Angaben der Präsident Südafrikas, Cyril Ramaphosa, der Premierminister Pakistans, Imran Khan, der frühere britische Premierminister Gordon Brown, die frühere Regierungschefin Neuseelands und Chefin des UN-Entwicklungsprogramms (UNDP), Helen Clark, sowie die ehemalige irische Präsidentin und UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Mary Robinson. Montag und Dienstag findet die Jahrestagung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) statt, dieses Mal wegen der Corona-Beschränkungen virtuell.

„Niemand sollte bei Impfungen wegen seines Wohnorts oder Einkommens ans Ende der Schlange geschickt werden“, forderte Ramaphosa. „Kein Politiker kann sich zurücklehnen, bis jeder einzelne Mensch in jedem Land der Welt schnell kostenlos geimpft wird“, meinte Khan. An einem Impfstoff wird unter Hochdruck geforscht, ebenso an Medikamenten gegen Covid-19. Die Krankheit kann durch das neue Coronavirus Sars-CoV-2 ausgelöst werden. (dpa)

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