Die Coronakrise hat schon den einen oder anderen zu kreativen Lösungen und Wegen inspiriert. Dem Hauseter Patrick Hompesch, der in Aachen eine Agentur für Textildruck und Beschriftung betreibt, hat diese außergewöhnliche Situation vor allem eine menge freie Zeit beschert. Zeit, die der 41-Jährige dafür genutzt hat, eine Idee, die ihm schon seit einigen Jahren im Kopf herumschwirrt, zu Ende zu denken und umzusetzen.
Damit hat er ein Problem „angepackt“, das nicht wenige Menschen beschäftigt, und das aktueller nicht sein könnte: In vielen Supermärkten wird den Kunden inzwischen nur noch mit Einkaufswagen der Zutritt zum Geschäft gewährt. Dieser wird zwar in den meisten Fällen vorher desinfiziert, aber wirklich wohl ist einem dennoch nicht, wenn man daran denkt, durch wie viele Hände die Wägelchen gehen, sodass man beinahe geneigt ist, den Wagen mit über die Hände gezogenen Pulloverärmeln vor sich her zu schieben. Auch Patrick Hompesch widerstrebt es, den Griff vom Einkaufswagen mit bloßen Händen anzufassen: „Darauf befinden sich alle möglichen Viren, Bakterien und Keime“, gibt er zu bedenken. Die Problematik bestehe aber nicht erst seit Corona. „Und sie wird sich auch nicht so schnell erledigt haben“, ist Patrick Hompesch sicher. Somit habe er ein Produkt entwickelt, das auch nach der Krise noch nützlich ist: Hygienegriffe für Einkaufswagen.
Die Idee ist einfach, aber effektiv: Die 15 Zentimeter breiten Griffe aus flexiblem Kunststoff schmiegen sich um den Einkaufswagengriff und verhindern so den Kontakt mit keimbelasteten Oberflächen. „Die Griffe lassen sich ohne große Mühe auf den Einkaufswagen stecken und anschließend wieder abnehmen“, erklärt Patrick Hompesch. Die Hygienegriffe sollen vor Ansteckung schützen und auch wenn die wissenschaftlichen Meinungen darüber auseinandergehen, ob der Griff eines Einkaufswagens bei der Übertragung des Coronavirus relevant ist, so geben die Hygienegriffe dennoch ein gutes Gefühl beim Schieben der Einkäufe.
Die Hygienegriffe sind kompatibel mit allen Einkaufswagengriffen mit einem Durchmesser zwischen 26 und 30 Millimetern, was auf einen Großteil der gängigen Modelle zutrifft.
Nach dem Einkauf sollen die Hygienegriffe in dem mitgelieferten Plastikbeutel verstaut und anschließend zu Hause desinfiziert werden. „Am besten geht das mit Wasser und Seife oder einem Desinfektionsspray“, erklärt Patrick Hompesch. Das Material sei aber auch spülmaschinenfest. Ehrlicherweise muss man zugeben, dass inzwischen auch andere Anbieter vergleichbare Hygienelösungen auf den Markt gebracht haben. „Hätte ich meine Idee früher umgesetzt, wäre ich der erste auf dem Markt gewesen“, bedauert Hompesch. Während der Schließung seiner Agentur hat er an einem Prototypen gearbeitet: „Ich habe nächtelang an einer Lösung getüftelt, die kostengünstig für den Verbraucher ist und gleichzeitig wirtschaftlich lukrativ.“ Von der Idee bis zum fertigen Hygienegriff sind drei Wochen vergangen.
Zu kaufen gibt es die Hygienegriffe allerdings erst in fünf bis sechs Wochen, da für die Produktion eine spezielle Spritzgussform nötig ist, auf deren Lieferung Patrick Hompesch sehnsüchtig wartet. Bis dahin nimmt der Hauseter Vorbestellungen entgegen. Auch in den Supermärkten sollen die Hygienegriffe künftig zum Paarpreis von rund neun Euro angeboten werden.
Ohrenschoner für Mundschutzmasken gehören ebenfalls zu Hompeschs Repertoire.
Bereits jetzt verfügbar sind sogenannte Ohrenschoner für Mundschutzmasken, die Patrick Hompesch ebenfalls entwickelt hat. „Viele Menschen empfinden das Tragen eines Mundschutzes als unangenehm, weil zum Beispiel der Gummi hinter den Ohren einschneidet oder scheuert“, erklärt er die Problematik, für die er die passende Lösung parat hat. Der Ohrenschoner aus dem 3D-Drucker dient am Hinterkopf als Verbindungsstück zwischen den beiden Gummischlaufen der Mundschutzmaske und erhöht so den Tragekomfort. „Dieser kleine Helfer ist für jeden nützlich, besonders für Brillenträger und Menschen mit einem Hörgerät“, betont Patrick Hompesch. Kostenpunkt: 3,50 Euro pro Stück (Preis variiert je nach Abnahmemenge). Die Nachfrage sei groß. 400 Stück habe er bereits verkauft.

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