„Kontakt-Tracing“: Daran erkennt man einen offiziellen Anruf

<p>Ziel des „Kontakt-Tracing“ ist es, Infizierte schneller zu finden und zu isolieren, um auf diese Weise die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen.</p>
Ziel des „Kontakt-Tracing“ ist es, Infizierte schneller zu finden und zu isolieren, um auf diese Weise die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. | Illustration: Photo News

Dabei würden ausschließlich Daten erhoben, die der Virusbekämpfung dienen. Entgegen den Warnungen der föderalen Polizei sei es möglich, dass der Kontaktermittler das Testresultat überbringt und die Nationalregisternummer erfragt, heißt es in einer Mitteilung des Ministeriums. Die Kontaktzentrale ruft den Patienten immer nur über die Nummer 02/ 214 19 19 an oder besucht ihn zu Hause, falls dieser innerhalb von 24 Stunden nicht auf mehrere Anrufversuche reagiert. Im Gegensatz zum föderalen Tracing werde der Patient in der DG nicht per SMS kontaktiert. Der Hausarzt entscheidet aufgrund der Symptome, ob ein PCR-Test notwendig ist. Im Falle eines positiven Tests werden die Laborergebnisse automatisch in die gesicherte föderale Datenbank des Wissenschaftsinstitutes Sciensano eingespeist. Der Hausarzt kann die Ergebnisse digital abrufen. Positive Ergebnisse werden zudem der Corona Kontakt-Tracing-Zentrale mitgeteilt mit dem Auftrag, das Tracing zu starten. Daher ist es möglich, dass die Kontaktzentrale dem Patienten das positive Testresulat mitteilt, denn:

nicht jeder behandelnde Arzt arbeitet am Wochenende. Die Kontakt-Tracing-Zentrale arbeitet jedoch sieben Tage die Woche, um die infizierten Personen innerhalb von 24 Stunden nach Erhalt des positiven Testergebnisses zu erreichen. Nur so könne das Virus schnell eingedämmt werden;

nicht jeder behandelnde Arzt findet morgens zuallererst die Zeit, alle Laborergebnisse zu überprüfen und diese telefonisch zu übermitteln. Die Kontakt-Tracing-Zentrale hat dies zur zentralen Aufgabe, so das Ministerium der DG.

Folgende Daten werden verwendet, um die Ausbreitung des Virus zu bekämpfen: die Identität und Adresse des Patienten beziehungsweise der Kontaktperson, relevante Daten des PCRTests, die Likiv-Nummer des behandelnden Arztes, Kontaktdaten wie die E-Mail-Adresse und eine Kontaktnotfallnummer sowie Informationen zur Personengemeinschaft, zum Beispiel das schulische Umfeld oder die Familie. Anders als an verschiedenen Stellen irrtümlich erwähnt, wird auch die Nationalregisternummer erfragt.

Achtung: Es werden weder Bankdaten, Passwörter oder Zugangsdaten erfragt, noch persönliche Fragen zum Tagesablauf oder zum Einkommen gestellt. Das Mitteilen der personenbezogenen Daten geschieht auf freiwilliger Basis. Niemand werde im Verweigerungsfall rechtlich verfolgt, und es drohten keine Haft- oder Geldstrafen, teilte das Ministerium weiter mit. Zudem hätten Datenschutz und Schweigepflicht oberste Priorität. Dies sei für den Mitarbeiter der Telefonzentrale verpflichtend. Auch werde der Name der positiv getesteten Person nicht preisgegeben. Dennoch gilt, je mehr Bürger das Kontakt-Tracing unterstützen, desto besser lasse sich eine zweite Infektionswelle verhindern, so das Ministerium. (red)


Sie haben Fragen zum Ablauf des „Kontakt-Tracing“? Sie zweifeln an der Identität eines Kontaktermittlers? Sie haben Fragen zum Datenschutz? Wenden Sie sich an das Ministerium der Deutschsprachigen Gemeinschaft unter Tel.: +32 (0)87/59 63 00. Infos zu der neuen Maßnahme finden Sie auf ostbelgienlive.be/kontakttracing.

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