Verbraucherschutzzentrale Ostbelgien klärt auf: Bargeld darf nicht verweigert werden

<p>Die Coronavirus-Pandemie hat zur Folge, dass in Belgien immer häufiger mit Geldkarte gezahlt wird. Auf Bargeld wird mehr und mehr verzichtet. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums darf aber ein Geschäft die Zahlung mit Bargeld nicht verweigern. Dafür gibt es keine gesetzliche Grundlage.</p>
Die Coronavirus-Pandemie hat zur Folge, dass in Belgien immer häufiger mit Geldkarte gezahlt wird. Auf Bargeld wird mehr und mehr verzichtet. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums darf aber ein Geschäft die Zahlung mit Bargeld nicht verweigern. Dafür gibt es keine gesetzliche Grundlage. | Foto: Photo News

Im Zuge der verschärften Schutzmaßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus wird das Zahlen mit Karte oder mit Smartphone empfohlen, aber die Bezahlung mit Bargeld ist auch weiterhin erlaubt. Das hat die Verbraucherschutzzentrale Ostbelgien dem GrenzEcho auf Nachfrage mitgeteilt. Zuvor gab es Berichte von Lesern, dass Geschäfte in Ostbelgien die Annahme von Bargeld verweigert hätten. Eine solche Vorgehensweise ist also nicht erlaubt.

Im Schnitt nutzen die Menschen Bargeld im Euroraum 1,2 Mal täglich, wie die Europäische Zentralbank (EZB) berichtet. Die Coronavirus-Pandemie habe allerdings zur Folge, dass in Belgien aus Hygienegründen immer häufiger mit Geldkarte gezahlt werde. Auf Bargeld werde dagegen mehr und mehr verzichtet, schreibt die Verbraucherschutzzentrale Ostbelgien. Eine Verweigerung der Zahlung mit Bargeld dürfe es aber nicht geben, fügt sie hinzu und verweist auf das föderale Wirtschaftsministerium (FÖD Wirtschaft).

Meinungen gehen weit auseinander, ob das Zahlen mit Bargeld gefährlich ist.

Unterdessen gehen die Meinungen weit auseinander, ob das Zahlen mit Bargeld gefährlich ist: Laut einer Studie des Robert-Koch-Instituts überlebt der Coronavirus auf Kupfer etwa vier Stunden und auf Karton oder Pappe etwa 24 Stunden. Der französische Virologe Alexandre Bleibtreu sagt, dass sich das Virus zwischen vier und zehn Minuten auf einer inerten Oberfläche halten kann. Auch der deutsche Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité weist darauf hin, dass Coronaviren gegen Eintrocknung extrem empfindlich seien. Sie würden hauptsächlich per Tröpfcheninfektion übertragen (durch Husten, Niesen, aber auch Sprechen) und müssten eingeatmet werden. Bei Coronaviren erfolge eine Infektion meist über den Rachen – „und wir stecken uns den Finger nicht in den Hals“, so Christian Drosten. Wichtig ist zu wissen: Wenn der Kunde einen Geldschein anfasst, dann steckt er sich nicht sofort an. Erst wenn er sich ins Gesicht fasst, wird es kritisch. Deshalb lautet der Ratschlag: Hände waschen oder Desinfektionsmittel benutzen.

Wer mit Karte zahlt und den PIN-Code eingeben muss, kommt in Kontakt mit Oberflächen. Auch hier lautet der Tipp: Entweder Desinfektionsmittel mitnehmen oder spätestens zu Hause die Hände ausgiebig waschen. Es gibt auch Geschäfte, die bieten ihren Kunden Wattestäbchen an. Damit kann der Kunde den PIN-Code eingeben und das Wattestäbchen in einen dafür bereitgestellten Mülleimer entsorgen. Eine weitere Alternative ist nach Angaben der Verbraucherschutzzentrale das bargeldlose Zahlen mit dem Smartphone (Mobile Payment).

Hier sollte sich der Verbraucher an sein Bankinstitut wenden, um zu erfahren, welche Möglichkeiten er damit ausschöpfen kann. Drahtloses Zahlen funktioniert aber auch mit der Geldkarte. Erkenntlich ist dies am Symbol mit den vier Funkwellen. Hier hat der Verbraucher die Möglichkeit bis zu 50 Euro kontaktlos zu zahlen. Dafür braucht der Kunde die Geldkarte nur an den Zahlungsterminal zu halten. Übrigens: Nach jüngsten Daten der Europäischen Zentralbank wurden 2018 in den 19 Ländern des gemeinsamen Währungsraumes 90,7 Milliarden Zahlungen ohne Bargeld abgewickelt. Nach EZB-Angaben waren das 7,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Knapp die Hälfte (46 Prozent) waren Kartenzahlungen. (sc)

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