Insgesamt 4,3 Prozent der Bevölkerung n Belgien hat Antikörper gegen das Coronavirus produziert. Das hat das Belgische Gesundheitsinstitut, Sciensano, am Samstag bekannt gegeben. Aus der Studie von Sciensano in Zusammenarbeit mit dem flämischen Roten Kreuz und dem „Service du Sang“ in der Wallonie, geht hervor, dass sich die Herdenimmunität gegen das Coronavirus langsam aber sicher aufbaut. Dennoch sind die Zahlen sehr niedrig. Am 14. April waren es 4,3 Prozent der Bevölkerung. In Flandern stellt das eine Verdoppelung innerhalb von zwei Wochen dar. (belga)

Kommentare
„Man sei aber auf einem guten Weg heißt es.“
Hm... haben wir etwas verpasst?
Wird in Belgien somit doch das Ziel verfolgt, eine Herdenimmunität mittels Durchseuchung aufzubauen?
Die weitreichenden Maßnahmen in Belgien zur Eindämmung der Pandemie sprechen offensichtlich eine andere Sprache, nämlich die Verbreitung von Covid 19 derart zu senken, dass keine exponentielle Verbreitung des Virus mehr stattfindet, um eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern. Kann mittlerweile jeder auswendig aufsagen.
Der GE-Leser Jörg Steffens wies in einem Kommentar diese Woche bereits richtigerweise darauf hin, dass das eine vermeintliche Ziel (Gesundheitswesen) dem anderen (Herdenimmunität) widerspricht.
Die massive Eindämmung des Virus verhindert eine kurz- bzw. mittelfristige Herdenimmunität. Und das ist auch gut so, denn beim Erreichen einer Herdenimmunität durch rasche Durchseuchung einer Gesellschaft nimmt man die max. Anzahl Erkrankter, Toter und Genesener mit gesundheitlichen Folgeerkrankung in Kauf. Vom Zusammenbruch des Gesundheitssystem ganz zu schweigen.
Wann übernimmt die Regierung (welche auch immer) ihre Verantwortung und kommuniziert der Bevölkerung ihre übergeordnete Zielsetzung und Strategie zur Bekämpfung der Pandemie? Oder gibt es diese Zielsetzung in Wirklichkeit gar nicht wie auch der GE-Chefredakteur in einem Leitartikel hinterfragte?
Zur Verdeutlichung ein Rechenbeispiel angelehnt an eine Berechnung des Helmholtzinstitutes in Deutschland. (siehe unten)
In Belgien gab es gestern rund 1000 Neuinfektionen. Tendenz sinkend. Mit Dunkelziffer möglicherweise 2000. Dies wären rund 700.000 pro Jahr, bei gleichbleibender Tendenz weniger.
Eine Herdenimmunität der Bevölkerung wäre bei einer Infektionsrate zwischen 60 und 70% erreicht (Basisreproduktionszahl 3 von Covid19 angenommen), also bei rund 7 Millionen Menschen, also in rund ... 10 Jahren oder länger.
Wirklich ein guter Weg?
https://www.tagesspiegel.de/wissen/herdenimmunitaet-waere-erst-in-25-jah...
Belgien scheint tatsächlich auf einem guten Weg zur Herdenimmunität zu sein.
Man darf nicht vergessen, dass die besagten 4,3% am 14. April ermittelt wurden und dass zwischen Infektion und Nachweisbarkeit von Antikörpern etwa 14 Tage vergehen müssen. Also waren bis Ende März tatsächlich etwa 4,3% (sprich 450.000 Belgier) vom Corona-Virus infiziert. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden aber nur rund 12.000 Belgier positiv getestet. Also liegt die Dunkelziffer bei etwa 40 (und nicht bei 2 wie Helmholtz-Forscher behaupten). Bis heute wurden in Belgien nun etwa 40.000 Menschen positiv getestet. Bei gleichbleibender Dunkelziffer von 40 macht das aber insgesamt tatsächlich 1.6 Millionen infizierte Belgier, von denen bis heute etwa 7000 gestorben sind (+ diejenigen, die noch bis Mitte Mai sterben werden). Und schon haben wir wieder eine Letalitätsrate von knapp 0,4%, was sich wiederum mit der Antwerpener-Studie deckt.
Bitte nicht vergessen: zu den 7.000 Verstorbenen wurden über 3500 vermutete Corona-Opfer hinzugezählt.
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