Viele Betriebe und Sektoren leiden und fordern einen zeitnahen Wiedereinstieg in ihre wirtschaftlichen Aktivitäten. Volker Klinges, Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes AVED, unterstreicht, dass „sich neben der sanitären Krise verstärkt eine wirtschaftliche und damit soziale Krise entwickelt, auch in Ostbelgien“, Der Zeitpunkt der Blitzumfrage des AVED wurde bewusst kurz vor der Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates gewählt, da am Freitag die Weichen für eine weitere Lockerung der wirtschaftlichen Aktivitäten gestellt werden sollen. Der AVED hatte Ministerpräsident Oliver Paasch (ProDG), der für die DG an dem Treffen in Brüssel dabei war, im Vorfeld entsprechend informiert.
Die Resultate der zweiten Blitzumfrage weisen darauf hin, dass für 44 Prozent der befragten Unternehmen ein Lockdown bis Ende Juni existenzbedrohend wäre. Diese Bedrohung betrifft dann nicht nur den Unternehmer, sondern insbesondere die Arbeitnehmer und ihre Arbeitsplätze. Zum aktuellen Zeitraum sind nur in 53 Prozent der befragten Unternehmen noch keine Arbeitsplätze gefährdet. Im Umkehrschluss bedeutet dieses Resultat, dass in jedem zweiten Betrieb bereits heute Arbeitsplätze auf der Kippe stehen. Eine Wiederaufnahme der Aktivitäten setzt aber voraus, dass der Betrieb in der Lage ist, alle sanitären Vorschriften zu erfüllen, um die Gesundheit und Sicherheit der Arbeitnehmer, Kunden oder Lieferanten zu gewährleisten. 93 Prozent der Unternehmen sehen sich bei einer sofortigen Wiederaufnahme der Aktivität in der Lage, den sanitären Anforderungen entsprechen zu können, ein wirklicher guter Wert. Um die Produktion wieder anzustoßen zu können, bedarf es der Präsenz der Arbeitnehmer, die ihre Arbeit wieder aufnehmen.
Knapp 94 Prozent der Betriebe schätzen, dass mindestens drei Viertel ihres Mitarbeiterstabs unter Einhaltung der vorgeschriebenen Maßnahmen, zur Wiederaufnahme ihrer Arbeit bereit sind. 48 Prozent der Unternehmer fordern aber Maßnahmen zur sicheren Kinderbetreuung und Entlastung der Familien. Dieses Resultat zeigt deutlich, dass bei geschlossenen Kindergärten und Schulen die geordnete Wiederaufnahme der wirtschaftlichen Aktivitäten schwierig wird.
Resultate der Umfrage zeigen, dass das Wiederhochfahren der Wirtschaft dringend notwendig ist.
AVED-Präsident Ludwig Henkes hält schlussfolgernd fest, „dass die ostbelgischen Unternehmer bisher besonnen und verständnisvoll auf die folgenreichen Beschlüsse der Politik reagiert haben“. Die Resultate der Umfrage des Arbeitgeberverbandes zeigten aber deutlich auf, dass das Wiederhochfahren der Wirtschaft dringend notwendig werde. Der Schutz der Bevölkerung und das Eindämmen der Pandemie hätten Vorrang, wobei die Unternehmer Perspektiven benötigten, damit sich eine geordnete Rückkehr zu einer „neuen“ Normalität erfolgreich gestalten könne. Volksgesundheit und Wirtschaft ständen in gegenseitiger Abhängigkeit. (red/sc)

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