Warum Pfarrbibliotheken und Medienzentrum geschlossen sind

<p>Die Bibliotheken sind geschlossen, doch für Leseratten bleiben Online-Angebote bestehen.</p>
Die Bibliotheken sind geschlossen, doch für Leseratten bleiben Online-Angebote bestehen. | Illustration: dpa

Aber nicht nur hier, wie DG-Medienministerin Isabelle Weykmans (PFF) im DG-Parlament nach einer Frage von Freddy Mockel (Ecolo) deutlich machte. Am 13. März hätten die Bürgermeister in der Deutschsprachigen Gemeinschaft im Einvernehmen mit der Regierung beschlossen, die rund 30 Pfarrbibliotheken in den neun Gemeinden bis auf Weiteres zu schließen, erläuterte die DG-Ministerin in ihrer Antwort: Dies unter anderem vor dem Hintergrund, dass zahlreiche ehrenamtliche Mitarbeiter und Nutzer der Bibliotheken der Risikogruppe angehören“, fügte die Ministerin hinzu. Sie nannte aber auch noch andere Gründe. So befänden sich einige Bibliotheken in Gebäuden, die für den Publikumsverkehr auf Grundlage des ministeriellen Erlasses geschlossen werden mussten. Angebote, die zu einem Verlassen des Hauses oder zum Treffen in Gruppen anregen, sollen eingedämmt werden. Darüber hinaus soll der Austausch von „kontaminierten“ Gegenständen – in diesem Fall potenziell ausgeliehene Bücher, CDs, DVDs, Spiele, usw. – minimiert werden.

DG-Regierung hat entschieden, das Medienzentrum ebenfalls zu schließen.

Daraufhin habe die DG-Regierung entschieden, das Medienzentrum ebenfalls zu schließen. „Dies aus den genannten Gründen, vor allem aber auch, um eine Kohärenz der Entscheidungen auf dem Gebiet der Deutschsprachigen Gemeinschaft zu gewährleisten“, machte Ministerin Isabelle Weykmans deutlich. Hinzu seien aber noch weitere Überlegungen gekommen: Die ohnehin bereits hohe Besucherzahl des Medienzentrums wäre durch das fehlende Angebot in den Gemeinden nochmals verstärkt worden. „Dies vor allem auch mit Blick auf andere, fehlende Freizeitaktivitäten“, so Weykmans. Und gerade im Medienzentrum komme es durch das breit gefächerte Angebot von Buch bis Spiel und Film zu einer großen Durchmischung der Generationen bei den Nutzern, die absolut vermieden werden sollte. Außerdem blieben die Viren auf glatten Oberflächen haften. „Eine konsequente Desinfizierung von hunderten Medien, die ins Haus kommen bzw. das Haus verlassen, kann durch das Personal nicht gewährleistet werden.“ Die aktuellen Vorgaben des Nationalen Sicherheitsrates besagten zwar, dass Bibliotheken als öffentlicher Dienst gelten und geöffnet bleiben, allerdings nur als Buchabholstelle und unter Einhaltung der Maßnahmen des „Social Distancing“. An dieser Stelle müssten die jeweiligen Provinzgouverneure für die Gewährleistung des Dienstes sorgen. „Es ist jedoch so, dass in der Provinz Lüttich alle Bibliotheken bis auf Weiteres geschlossen sind, auch die Zentralbibliothek Les Chiroux“, so Isabelle Weykmans. Ebenfalls geschlossen habe die Königliche Zentralbibliothek in Brüssel. „Es zeigt sich also, dass diese Vorgehensweise auch anderenorts angewandt wird und dies unter anderem aus den genannten Gründen.“

Was Leserausweise angeht, habe das Medienzentrum sofort reagiert und im Rahmen der noch bestehenden Möglichkeiten diverse Ideen entwickelt, um sichere und frei zugängliche Angebote zu schaffen bzw. auszubauen, antwortete Isabelle Weykmans auf entsprechende Nachfrage von Freddy Mockel.

Dazu gehöre eine „massive Aufstockung“ des Download-Angebots von E- Medien (Audio und Bücher). Auch Nicht-Kunden könnten nach telefonischer Anmeldung einen vorübergehenden Zugang erhalten. Es werde ein temporärer Zugangscode vergeben. Zudem sei eine Aufstockung der öffentlich zugänglichen Bücherschränke in Zusammenarbeit mit anderen Bibliotheken erfolgt, unter anderem mit der Pfarrbibliothek St.Vith, wo ebenfalls Mitarbeiter des Medienzentrums beschäftigt sind. Darüber hinaus habe es eine zweitägige Information via Facebook über sinnvolle Mediennutzung gegeben, sei es durch Spiele-Lese-Apps, Hinweise auf andere Medienangebote, usw.

Schließlich besteht ein weiteres Angebot: Eine Zusammenstellung und Lieferung von Medienkisten für Altenheime und andere Einrichtungen auf Nachfrage. (sc)

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