Iran muss Uran-Vorräte lückenlos offenlegen

<p>Rafael Grossi, Generaldirektor der internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA)</p>
Rafael Grossi, Generaldirektor der internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) | Foto: dpa

Das betreffe mögliche nukleare Aktivitäten an drei Orten, zu denen der Iran teils den Zugang verweigere. Die fraglichen Vorgänge liegen allerdings Jahre zurück und sollen eine sehr überschaubare Menge an angereichertem Uran betreffen, wie es aus diplomatischen Kreisen hieß. Der Iran weist die Vorwürfe zurück. Die Begründung für den Zugang in diesen konkreten Fällen sei unzureichend, hieß es.

Die IAEA überwacht weltweit die für den zivilen Bedarf gelagerten Uranvorräte und hat im Fall der Islamischen Republik ein besonderes Augenmerk darauf gerichtet. Im Atomabkommen von 2015, das den Iran am Bau einer Atombombe hindern soll, hatte Teheran der Einhaltung von Obergrenzen zugestimmt. Inzwischen hat das Land diverse Auflagen verletzt.

Grossi bescheinigte dem Iran allerdings auch, dass er trotz seiner jüngsten Ankündigung vom Januar, die Verpflichtungen aus der Vereinbarung nun zu ignorieren, bisher keine weitergehenden Schritte unternommen habe. Auch die aktuelle Überwachung des Atomprogramms durch die IAEA laufe auf dem bisher etablierten Niveau weiter.

Der Iran wies darauf hin, dass im Jahr 2018 rund 88 Prozent aller weltweiten Inspektionen der IAEA dem Iran galten. „An diesem Scheideweg haben die Behörde und ihre Mitgliedsstaaten die Verantwortung, die Weisheit zu zeigen, Probleme in gewissenhafter Art anzusprechen, um nicht das größere Ganze der Kooperation zwischen dem Iran und der IAEA zu zerstören.“

Die IAEA, die als Fürsprecher einer sicheren zivilen Nutzung der Atomkraft auftritt, will laut Grossi als Reaktion auf die Klimaschutz-Debatte die Kernenergie wieder stärker ins Bewusstsein bringen. Das Interesse an dieser CO2-freien-Technologie sei wieder deutlich gewachsen. „Ich will sicherstellen, dass unsere Stimme gehört wird“, kündigte Grossi an. Aktuell seien in 30 Ländern insgesamt 442 Reaktoren in Betrieb. In 19 Ländern werden laut IAEA derzeit weitere 53 Reaktoren gebaut. (dpa)

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