Schweiz verbietet vorerst Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Menschen - Genfer Autosalon abgesagt

<p>Eine Arbeiterin geht an einen Banner mit Werbung zum 90. Genfer Autosalon am Veranstaltungsort Palexpo entlang.</p>
Eine Arbeiterin geht an einen Banner mit Werbung zum 90. Genfer Autosalon am Veranstaltungsort Palexpo entlang. | Foto: Salvatore Di Nolfi/KEYSTONE/dpa

Wegen der steigenden Zahl von Coronavirus-Fällen untersagt die Schweiz vorerst alle Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Menschen. Das teilte Innenminister Alain Berset am Freitag mit. „Wir wollen weitere Ansteckungen so gut es geht in Grenzen halten“, sagte er. „Dieses Verbot tritt sofort in Kraft und gilt mindestens bis 15. März“, präzisierte die Regierung in einer Mitteilung.

Dazu gehören unter anderem der Genfer Autosalon, der am 5. März starten sollte und zu dem jedes Jahr mehr als 600.000 Besucher kommen. Eine Sprecherin des Genfer Autosalons sagte am Freitagvormittag, die Situation werde gerade beraten. Die Messe hatte jedoch schon zuvor mitgeteilt, sie werde den Vorgaben des Schweizer Bundesamtes für Gesundheit folgen.

Viele Aussteller hatten zuvor angekündigt, nur mit verkleinerter Mannschaft anzureisen. Der chinesische Autobauer hatte am Freitagmorgen seine Teilnahme abgesagt „aufgrund der bislang ungeklärten Covid-19-Risikolage in Genf und der Verantwortung unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern“. Die Messe hätte am Montagnachmittag einer Preisverleihung für das „Auto des Jahres“ und ersten Presseveranstaltungen starten sollen und am Donnerstag ihre Tore für das Publikum öffnen sollen.

Für die Autobranche ist die Absage des Autosalons ein weiterer Schlag nach der Verschiebung der eigentlich für April geplanten großen chinesischen Automesse in Peking.

Zuvor war schon die erst für April geplante Genfer Uhrenmesse abgesagt worden. Ebenso trifft es die Basler Fasnacht, die an diesem Montag beginnen sollte. Zur Zeit tagt auch in Genf der UN-Menschenrechtsrat, an dem normalerweise im Zeitraum von vier Wochen 10.000 Menschen teilnehmen, darunter etwa 4.000 aus dem Ausland.

In der Schweiz seien bis Freitag 15 Menschen positiv auf das neue Virus Sars-CoV-2 getestet worden, sagte Berset. Mehr als 100 Menschen seien in Quarantäne. Infiziert war nach Informationen der lokalen Behörden bei Basel auch eine Frau, die in einer Kindertagesstätte arbeitete.

Die Regierung werde laufend informiert und stehe in ständigem Kontakt mit den Nachbarländern, sagte Berset. Die große Ausbreitung des Virus in den vergangenen Tagen in den Nachbarländern Deutschland und Italien sowie die ersten bestätigten Fälle in der Schweiz hätten zu einer neuen Lagebeurteilung geführt.

Bürogebäude mit mehr als 1.000 Personen würden nicht geschlossen, sagte Berset. „Dort können sich die Personen frei bewegen und können die Hygienevorschriften umsetzen.“ Die Kantone unterstützten die Maßnahmen der Bundesregierung, sagte Heidi Hanselmann, Präsidentin der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK). Eine gemeinsame Linie für die ganze Schweiz sei sinnvoll, um kohärent gegen das Virus vorzugehen. (dpa)

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