Kanzlerdämmerung: Merkels Waffen werden zusehends stumpfer

<p>Angela Merkel wollte ihr Ausscheiden steuern: Jetzt droht alles aus dem Ruder zu laufen.</p>
Angela Merkel wollte ihr Ausscheiden steuern: Jetzt droht alles aus dem Ruder zu laufen. | Foto: dpa

Die Kanzlerin war in Südafrika, als der „Dammbruch von Erfurt“ geschah. Sie wartete nicht ab, bis einer der mitgereisten Journalisten ihr die Frage stellte, was sie von den Ereignissen in Thürigen halte, wo ein FDP-Mann mit den Stimmen seiner eigenen Partei, der CDU und der AfD zum Ministerpräsidenten gewählt worden war. „Unverzeihlich“ urteilte Merkel, das Blatt der Geschichte müsse rückwärts gewendet werden.

Über diesen Eingriff der Kanzlerin in einen in vielerlei Hinsicht fragwürdigen, aber an sich vollkommen korrekten demokratischen Vorgang könnte man sicher diskutieren, doch die Debatte in Deutschland hat längst eine andere Richtung und vor allem eine andere Dimension erlangt, seit Annegret Kramp-Karrenbauer, CDU-Vorsitzende von Merkels Gnaden, den Hut nahm. Nicht zuletzt (de)motiviert durch den offensichtlichen Vertrauensentzug ihrer Ziehmutter.

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Kommentare

  • Es ist im Moment nicht gut bestellt um die Demokratie in der Welt. In Amerika stimmen Senatoren wegen Partei- und persönlicher Interessen gegen eine Verurteilung ihres Präsidenten, obwohl an dessen Schuld keinerlei Zweifel besteht. Ein Frontalangriff auf den Rechtsstaat und die Demokratie. In Deutschland werden aus persönlichen und Parteiinteressen demokratisch rechtmäßige Wahlen als „unverzeihlich“ erklärt und dessen Ergebnis muss „rückgängig“ gemacht werden. Kanzler, Minister, Parteivorsitzende bestimmen aus Berlin was in einem demokratisch gewählten Parlament in Thüringen zu geschehen hat.
    Frau Merkel hat schon lange nicht mehr das richtige Gespür. Sei es bei dem Atomausstieg, der Flüchtlingsfrage, dem Türkeideal, dem Klimanotstand, oder auch bei Neubesetzungen ihrer eigenen Partei. Sie wollte immer vorne auf dem Mainstream schwimmen, doch sind solche, von Politikern und Medien gemachten Meinungen oft nicht lange haltbar. Das Volk mag lange mitschwimmen, einmal merkt auch der Dümmste wo es langgeht.

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