Es geht sehr schnell: Das Telefon oder Smartphone klingelt einmal ganz kurz – schon wurde wieder aufgelegt. Das Opfer hat den Anruf vielleicht nicht einmal mitbekommen, sieht nur den Hinweis mit merkwürdig langer Nummer, wie etwa +351/305 650 580 oder +351/305 650 581 auf dem Display. „Damit möchte man die Neugier des vermeintlichen Opfers wecken, sodass dieses die Nummer zurückruft“, erklärt Eric Hellebrandt, Sprecher der Polizeizone Weser-Göhl.
Und wer tatsächlich die Rückoption nutzt, ist auch schon in die Falle der Betrüger getappt. „Denn dann ist man im Begriff eine kostenpflichtige und kostenintensive Nummer anzurufen“, berichtet Eric Hellebrandt. Dort lande das Opfer dann in einer Warteschleife. „Es wird anschließend versucht, die betroffenen Personen so lange wie nur möglich in der Leitung zu halten und somit die Telefonrechnung enorm in die Höhe zu treiben.“
Das Phänomen dahinter ist aber nicht neu. Die sogenannten Ping-Calls gibt es bereits seit Jahren, in den letzten Wochen haben sie sich in Ostbelgien allerdings (wieder) erhöht. „In letzter Zeit häufen sich die Mitteilungen aus der Bevölkerung, dass die Leute durch eine portugiesische Telefonnummer angerufen werden“, sagt der Beamte.
Eine echte Lösung für das Problem gibt es indes nicht: Die Nummern sind in den Heimatländern der Betrüger nämlich legal nutzbar, alle zu sperren ist also keine Option. Die einzige Maßnahme ist daher, Bewusstsein für die Abzocke zu schaffen. Denn sobald keiner mehr zurückruft, erledigt sich das Geschäft mit den Betrugsnummern ganz schnell von selbst. „Ignorieren sie also einfach den Anruf. Wenn Sie eine Person Sie mit einer unbekannten Nummer anruft, kann diese Ihnen immer auf die Mailbox oder den Anrufbeantworter sprechen und sich somit identifizieren oder ihr Anliegen mitteilen. Dann können Sie immer noch entscheiden, ob sie die unbekannte Nummer zurückrufen“, bringt es Eric Hellebrandt auf den Punkt. (red)

Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren