Drei seiner vier Söhne arbeiten hier ebenfalls als Architekten. Zu Recht gilt Böhm als einer der bedeutendsten Baumeister unserer Zeit. Seine Stadtplanungen, Wohnungen, Bürobauten, und Rathäuser und besonders die Kirchen prägen die Architektur bis heute.
An der RWTH Aachen Professor für Stadtbereichsplanung und Werklehre
Für internationales Aufsehen sorgten seine aufsehenerregenden Kirchenbauten aus Beton, Stahl und Glas. Einige von ihnen wurden bereits unter Denkmalschutz gestellt wurden, da sie zu den bedeutendsten Bauwerken der Nachkriegszeit gehören. Das berühmteste Gebäude ist zweifellos der Mariendom in Neviges, nördlich von Wuppertal. Dieses Beton-Gebirge inmitten der grünen Hügel des Bergischen Landes entstand 1972. Es wirkt wie ein Fremdköper aus Eis oder Kristall und erinnert daran, dass Böhm auch Bildhauerei studiert hat.
In Los Angeles errichtete Böhm eine Konzerthalle und in Tokio ein Kulturforum. Er leitete sowohl den Umbau des Saarbrücker Stadtschlosses als auch den Bau der Opernhäuser in Stuttgart und Potsdam. Die große Zentralmoschee in Köln-Ehrenfeld, eingeweiht 2018, ist ebenfalls ein Projekt von Gottfried Böhm. Im Jahre 1986 erhielt er als erster deutscher Architekt den international renommierten und mit 100.000 Dollar dotierten Pritzker-Preis, der als Nobelpreis für Architektur gilt. Auch in Aachen war Böhm lange Jahre aktiv: An der RWTH Aachen war er zwischen 1963 und 1985 Professor für Stadtbereichsplanung und Werklehre. Der Hundertjährige erfreut sich bester Gesundheit und ist immer noch voller Tatendrang.
Das Kirchen-Metier war Gottfried Böhm schon in die Wiege gelegt worden. Vater Dominikus war nämlich schon in der Vorkriegszeit ein herausragender Kirchenbaumeister. Die Sakralarchitektur der Moderne wurde maßgeblich von ihm beeinflusst. Eine der siebzig im Laufe seiner Karriere entworfenen Kirchen ist das im Jahre 1936 eingeweihte Kloster Garnstock unmittelbar an der Grenze zwischen den Gemeinden Baelen und Eupen.
Schlichtheit und Zweckmäßigkeit unter Einsatz neuer Werkstoffe
Dominikus Böhms Leitmotiv basierte auf den Grundsätzen des neuen Bauens wie sie das Bauhaus beispielhaft umgesetzt hat. Maxime waren Schlichtheit und Zweckmäßigkeit unter Einsatz neuer Werkstoffe wie Stahl, Beton und Glas, aber auch regionaler Materialien wie Backstein und Bruchstein.
Seine Architektur wurde dem Anspruch des Franziskanerordens nach Einfachheit absolut gerecht. Zweifellos ist es eines der bemerkenswertesten Gebäude in ganz Ostbelgien. Ein Kulturverein bemüht sich seit einigen Jahren um die Wiederaufnahme kultureller und spiritueller Aktivitäten dortselbst. (gk)

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