DNA-Test bestätigt: König Albert ist der Vater von Delphine Boël

<p>Grund zum Jubeln für Delphine Boël (Mitte): Laut DNA-Fest ist König Albert II. ihr leiblicher Vater.</p>
Grund zum Jubeln für Delphine Boël (Mitte): Laut DNA-Fest ist König Albert II. ihr leiblicher Vater. | Foto: Photo News

Für Delphine Boël war Montag ein ganz besonderer Tag: Seit Jahren kämpft sie um eine Anerkennung als leibliche Tochter von König Albert II. Die „Affäre Boël“ beschäftigt die Gerichte schon seit vielen Jahren. Hintergrund ist der Wunsch von Delphine Boël, gerichtlich festhalten zu lassen, dass Albert II. und nicht Jacques Boël ihr biologischer Vater ist. Dadurch, dass Albert durch seinen Rückzug als Staatsoberhaupt Mitte 2013 seine königliche Immunität verlor, wurde die Klage aber erst möglich.

Laut ihrer Darstellung hatten ihre Mutter, die Baronin Sybille de Sélys Longchamps, und Albert II. vor Jahrzehnten eine längere Affäre. Albert bestritt dies zunächst und wehrte sich gegen die Anerkennung der unehelichen Tochter. Auch dem Vaterschaftstest hatte er sich erst unter dem Druck der Justiz gebeugt. Im Mai des letzten Jahres drohte der Brüsseler Appelationshof ein Zwangsgeld an, sollte er eine Vorladung zum Test nicht akzeptieren. Hätte er dies verweigert, hätte er täglich 5.000 Euro zahlen müssen. In letzter Instanz hatte der Kassationshof die Beschwerde von Albert zurückgewiesen. Nach langem Hin und Her stand jetzt auch einer Veröffentlichung des Ergebnisses nichts mehr im Wege. Dieses war zunächst geheim geblieben.

König Albert erklärte am Montag über seinen Anwalt, dass er seit Boëls Geburt 1968 an keinerlei Entscheidung bezüglich ihrer Familie oder Erziehung beteiligt gewesen sei. Vielmehr habe er immer die Beziehung der Frau zu deren rechtlichem Vater respektiert. 40 Jahre später habe Boël ihre rechtliche und emotionale Beziehung zu ihrem Vater abgebrochen und „die Familie gewechselt“, zitiert der Rundfunksender RTBF aus der Erklärung des Anwalts. Er sprach von einem „langen und schmerzhaften“ Verfahren. Die erste Berichte, dass Delphine Boël die uneheliche Tochter von Albert sein soll, datieren von 1999. Später hatte der König zugegeben, dass er und seine Gattin, Königin Paola, in den 70er Jahren eine Ehekrise durchgemacht hätten – mehr aber nicht.

Einen Teilerfolg hatte die Klägerin bereits erzielt, als das Resultat eines DNA-Tests von Jacques Boël – Ex-Mann von Delphine Boëls Mutter Sybille – bekannt wurde. Der millionenschwere Industrielle ist demnach nicht der leibliche Vater von Delphine. Der Brüsseler Appellationshof war vor zwei Jahren jedoch noch einen Schritt weitergegangen und hatte geurteilt, dass Jacques Boël weder im biologischen noch im rechtlichen Sinne der Vater der Künstlerin ist. (belga)

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