Eupener Paar kümmert sich um eine Vorschule in Südafrika

Eigentlich sollte es vor zwei Jahren nur Urlaub unter afrikanischer Sonne werden. Doch dann lag der Zettel „we need your help“ (Wir brauchen eure Hilfe) auf dem Frühstückstisch im südafrikanischen Knysna. Gisela Hezel und Freddy Heuschen wurden neugierig. Gästehausinhaber Patrick Celier erzählte den beiden Eupenern vom Vorschulprojekt „Born to care“. Im Township von Knysna, einer Stadt in der Mitte zwischen Kapstadt und Port Elisabeth, die Fußballfans durch das „Fiasko von Knysna“ der Französischen Equipe Tricolore bei der Weltmeisterschaft 2010 bekannt ist, hat das französischstämmige Ehepaar Celier gemeinsam mit der einheimischen Kindergärtnerin Emma ins Leben gerufen haben.

2016 hat man mit 15 Kindern angefangen, inzwischen sind es 120 in drei nach Alter gestaffelten Gruppen. Die ganz kleinen Kinder sitzen in ihren Schaukeln und Wippen und strahlen vor sich hin. In der zweiten Gruppe spielen die Kinder von 18 Monaten bis zu drei Jahren, und die dritte bereitet auf die Schule vor. Denn Schule ist in Südafrika nicht immer Pflicht. Aber Bildung ist wichtig. „Wenn die Kinder auf der Vorschule erfahren, dass Schule Spaß macht, werden sie bestimmt auch weitermachen“, ist sich Gisela Hezel sicher. Zu einer nachhaltigen Vorschulerziehung gehören Sauberkeit, Ernährung und Umweltschutz. Denn im Township ist es dreckig. Die Menschen werfen Plastik in den Vorgarten oder verbuddeln es in Löchern. Obwohl gerade in Südafrika köstliches Obst und Gemüse wächst und problemlos zu kaufen oder anzubauen ist, die Einheimischen kennen das nicht oder haben Scheu davor. Hauptnahrungsmittel ist „Pap“, ein Maisbrei, der ab und an durch Reis oder ein Huhn ergänzt wird.

In der Schule versuchen die Kindergärtnerinnen die Kinder an Obst und Gemüse heranzuführen. Das Schulessen kostet die Eltern übrigens einen Rand (0,06 Euro) am Tag. Hinzu kommt noch das Schulgeld von 200 Rand (zwölf Euro) monatlich. Das ist den Gebern auch wichtig. „Wir möchten, dass die Schule langfristig auf eigenen Beinen steht“, betont Gisela Hezel.

Doch daran ist noch nicht zu denken. Die Schule ist im Wachstum und muss neben dem Gehalt der Direktorin von 300 Euro auch die Gehälter der anderen hauptamtlichen mit ca. 170 Euro bezahlen. „Nein, wir brauchen Steine“, hat Patrick Celier den beiden Belgiern gesagt, als sie überlegt hatten, etwas Spielzeug und Nahrung zu kaufen. Denn ein erster Bauversuch ist Opfer eines heftigen Unwetters geworden. Dringend nötig hingegen ist ein weiterer Gruppenraum, ein Büro und eine kleine Kammer für die Schulleiterin, damit sie in der Schule nächtigen kann, wenn es später wird. Die wohnt nämlich eine Stunde strammen Fußmarsches von der Schule weg.

Ein Zettel auf dem Frühstückstisch war die Initialzündung für das Engagement der Eupener.

Dennoch, die Schule strahlt und strahlt aus. Inmitten der eher schmutzigen Umgebung sticht die blitzsaubere blaue Schulgebäude heraus. Mit relativ wenig hat man viel gemacht. Staatssubventionen gibt es praktisch nicht. Nur das Wasser zahlt die Regierung, aber nur ein bestimmtes Quantum. Deshalb gibt es Zisternen, die das Brauchwasser einfangen, sodass das Leitungswasser Trinkwasser bleibt. Entscheidend aber trotz aller Einfachheit: Die Kinder bekommen Liebe und Bildung.

Und das ist es, was am meisten zählt.

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