Drei Frauen verursachen Affenhaus-Brand in Krefeld

<p>Ein Meer aus Kerzen erinnert an die mehr als 30 verbrannten Tiere.„Das ist unglaublich“, sagte Zoo-Direktor Wolfgang Dreßen. Auch für die Mitarbeiter stehe nun – neben der Pflege der übrigen Tiere – die Trauerverarbeitung im Vordergrund.</p>
Ein Meer aus Kerzen erinnert an die mehr als 30 verbrannten Tiere.„Das ist unglaublich“, sagte Zoo-Direktor Wolfgang Dreßen. Auch für die Mitarbeiter stehe nun – neben der Pflege der übrigen Tiere – die Trauerverarbeitung im Vordergrund. | Foto: Marcel Kusch/dpa

Eine 60 Jahre alte Frau und ihre beiden erwachsenen Töchter sollen nach Erkenntnissen der Polizei mit einer Himmelslaterne den verheerenden Brand im Krefelder Zoo ausgelöst haben.

Die drei Frauen hätten sich selbst bei der Polizei gemeldet und erklärt, dass sie in der Silvesternacht fünf der Leuchten in den Himmel aufsteigen ließen, hieß es am Donnerstag auf einer Pressekonferenz von Seiten der Polizei. Durch das Feuer war das Affenhaus abgebrannt, mehrere Menschenaffen starben.

Die drei Frauen hatten die Lampions im Internet bestellt.

Vier der Himmelslaternen habe man inzwischen sichergestellt, die fünfte habe den Brand „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ ausgelöst, sagte Kriminalhauptkommissar Gerd Hoppmann vor der Presse: „Für uns ist damit diese Tat weitgehend geklärt.“ Die drei Frauen im Alter zwischen 60 und 30 Jahren hätten die durch Feuerwärme aufsteigenden Lampions im Internet bestellt und nach eigener Darstellung geglaubt, dass es an Silvester erlaubt sei, sie steigen zu lassen. Tatsächlich sind sie aber in ganz Deutschland verboten. Die Frauen seien nun „am Boden zerstört“, sagte Hoppmann. Er betonte: „Ich finde es sehr couragiert, sich bei der Polizei zu melden und zu sagen: ‚Ja, ich glaube, wir sind dafür verantwortlich.‘“ Gegen die Frauen wird nun wegen fahrlässiger Brandstiftung ermittelt. Darauf stehen bis zu fünf Jahre Haft oder eine Geldstrafe.

Zu versicherungstechnischen Fragen wollte sich die Polizei nicht äußern. Ein Sprecher des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungsgesellschaften sagte: „Die private Haftpflichtversicherung übernimmt auch fahrlässig verursachte Schäden. Ausgeschlossen sind nach unseren Musterbedingungen vorsätzlich herbeigeführte Schäden.“ Sie haftet also – gängige Versicherungsbedingungen vorausgesetzt – nur dann nicht, wenn ein Vorsatz eindeutig nachweisbar ist.

Die SB-Warenhauskette Real kündigte als Reaktion auf den Brand an, den Verkauf von Himmelslaternen auf ihrem Online-Marktplatz zu beenden. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) teilte der Deutschen Presse-Agentur mit, das Verbot von Himmelslaternen sei richtig und wichtig. „Beim fürchterlichen Brand des Affenhauses im Krefelder Zoo zeigt sich wieder, wie gefährlich solche Himmelslaternen sind.“

Eine Sprinkler- oder Brandmeldeanlage hatte das Affenhaus nicht, dies sei aber zum Zeitpunkt des Baus 1975 auch nicht vorgeschrieben gewesen, sagte ein Feuerwehrsprecher. Der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder, forderte, auch Altbauten in Zoos mit Brandmeldern auszustatten.

Eine Zoosprecherin sagte, das Affenhaus habe Totalschaden und werde abgerissen. Der Zoo werde voraussichtlich Freitag wieder öffnen. Der Brandort werde aber mit Absperrungen versehen, um einen „Katastrophentourismus“ so weit wie möglich auszuschließen.

2017 war es im Zoo in London am Tag vor Heiligabend ebenfalls zu einem Brand gekommen. Dort starben vier Erdmännchen und ein Erdferkel. Einen großen Zoo-Brand in Deutschland gab es zuletzt vor rund neun Jahren in Karlsruhe. Im November 2010 war im Streichelgehege des dortigen Zoos Feuer ausgebrochen, 26 Tiere kamen ums Leben: Alpakas, Zwergziegen, Shetland-Ponys, Zwergesel und Schafe. Vier Elefanten erlitten Verbrennungen. Die Brandursachen wurden in beiden Fällen nie abschließend geklärt. (dpa)

Kommentare

  • Ich mag mir gar nicht vorstellen was im Affenkäfig los gewesen ist als all diese armen hilflosen Kreaturen verbrennen müssten...doch Frage ich mich wo all die Pfleger in Krefeld waren zu diesem Zeitpunkt. Ist es nicht bekannt das durch diese hirnverbrannte Knallerei Tiere sich ängstigen?Wie ist es nur möglich den Zoo unkontrolliert zu lassen ? Nachbarn müssen die Feuerwehr rufen? Von 400tausend Besuchern im Jahr sind nicht 10 Personen zu finden die einfach da sind und Tiere beruhigen? Geschweige früh genug zu sehen und vor allem zu hören wenn die armen Tiere um ihr Leben schreien. Schämt euch,denn jeder der seine Tiere liebt bleibt Silvester bei Ihnen....

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