Alexander Miesen fordert mehr Solidarität mit dem ländlichen Raum

<p>Gemeinschaftssenator Alexander Miesen setzt sich für mehr Solidarität im ländlichen Raum ein.</p>
Gemeinschaftssenator Alexander Miesen setzt sich für mehr Solidarität im ländlichen Raum ein. | Foto: belga

Dabei geht es einerseits um das Thema Burn-out: Statistisch gesehen sei das Risiko, daran zu erkranken, seit 2014 von zehn auf 17 Prozent gestiegen, erklärt Miesen. Inzwischen seien nach Angaben des Landesinstitutes für Kranken- und Invalidenversicherung (Likiv/Inami) rund 30.000 Personen betroffen. Die Ursachen seien vielfältig. Sowohl private als auch berufliche Umstände und gesamtgesellschaftliche Entwicklungen könnten, oft auch in Kombination, die Krankheit auslösen. Neben diesen beunruhigenden Entwicklungen aus Sicht der Betroffenen habe dieses Phänomen auch negative Einflüsse für die Arbeitgeber und die entsprechenden Unternehmen bzw. Organisationen. Die steigende Zahl von Abwesenheiten schlage sich negativ auf das Arbeitsklima und die Arbeitsqualität nieder und erhöhe so den Druck. „Der Resolutionsvorschlag zielt darauf ab, dass die verschiedenen politischen Ebenen in Belgien sich dieses Themas verstärkt annehmen, denn die Tendenz ist steigend. Dabei sollte insbesondere auf Prävention hingearbeitet und die Interessen von Patienten, Arbeitgebern und Arbeitnehmern berücksichtigt werden“, erläutert Alexander Miesen.

Andererseits ging es um einen Resolutionsvorschlag, der sich mit Dienstleistungen in ländlichen Gebieten befasst. „Wir stellen fest, dass es im ländlichen Raum mehr und mehr zum Rückzug von öffentlichen und privaten Dienstleistern kommt. Jüngstes Beispiel in Ostbelgien ist der Rückzug des Friedensgerichts aus dem Kanton St.Vith. Mehr und mehr konzentriert man sich auf die Ballungsgebiete. Auch werden viele Neuerungen nur für Ballungsgebiete gedacht und eignen sich oft nicht für den ländlichen Raum. Ein gutes Beispiel ist die Feuerwehrreform, die viel zu sehr auf professionelle Feuerwehren zugeschnitten war und die ehrenamtlichen Wehren, die vor allem im ländlichen Gebiet präsent sind, viel zu stark unter Druck setzt“, findet Alexander Miesen. Hinzu komme, sagt der PFF-Politiker aus ganz persönlicher Sicht, die aktuelle Debatte über die Zukunft der Mobilität. „Das Auto wird mehr und mehr verpönt. Der Öffentliche Personennahverkehr soll mehr genutzt werden, und wer viel fährt, soll viel bezahlen. Ich werfe in diesem Kontext die Frage auf: Wo bleibt da die Solidarität mit dem ländlichen Raum? Wer auf dem Land lebt, ist gezwungen, viel zu fahren. Wer auf dem Land lebt, hat nur wenig Möglichkeiten, auf den Öffentlichen Personennahverkehr zurückzugreifen, und ist vom Auto abhängig.“

Auf der anderen Seite könne die Digitalisierung eine Chance für den ländlichen Raum darstellen. Alexander Miesen schränkt ein: „Doch was stellen wir fest? Gerade der ländliche Raum hinkt beim Ausbau der Netzinfrastruktur stark hinterher. Das hat nicht nur Konsequenzen für die Endverbraucher, sondern auch für die wirtschaftliche Entwicklung auf dem Land. Beim Internet-Netzausbau muss endlich Gas gegeben werden, mit dem Ziel, zeitgemäße Internetverbindungen bis in jedes einzelne Haus zu bringen“, so der Gemeinschaftssenator. „Es kann nicht sein, dass sich alles auf die Ballungsgebiete konzentriert. Wir brauchen eine Solidarität mit dem ländlichen Raum“, sagt Miesen. (red/sc)

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