39 Tote aus Lastwagen in England: Polizei gibt Namen der Opfer bekannt

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In diesem Kühllaster wurden die 39 Leichen entdeckt. | Foto: belga

Bereits am Donnerstag wurde bekannt gegeben, dass alle 39 Opfer identifiziert wurden. Erstmals bestätigte die Polizei auch offiziell, dass alle Opfer Vietnamesen sind. Sie waren am 23. Oktober leblos in einem Kühllaster in einem Ort in der Grafschaft Essex nahe London gefunden worden. Vermutlich sollten sie im Laderaum des Lasters versteckt ins Land gebracht werden.

Unter den Toten sind nach Angaben der britischen Polizei zehn Teenager. In der am Freitag veröffentlichten Liste finden sich unter anderem zwei 15-Jährige und ein 17-Jähriger. „Es war eine unheimlich wichtige Arbeit und unser Team hat hart gearbeitet, um den besorgten Familien Antworten zu geben, die fürchteten, dass ihre Liebsten unter denjenigen sind, deren tragische Reise an unseren Ufern endete“, sagte der Vizechef der Polizei Essex, Tim Smith. „Es war unsere oberste Priorität, die Opfer zu identifizieren, die Würde der Toten zu wahren und ihre Freunde und Familien zu unterstützen.“

Insgesamt kamen 31 Männer und 8 Frauen im Alter zwischen 15 und 44 Jahren ums Leben. Zehn der Opfer sind jünger als 20 Jahre. Die meisten Opfer, insgesamt 20, stammen der Mitteilung zufolge aus der Provinz Nghe An. Dort hatte die vietnamesische Polizei acht mutmaßliche Mitglieder eines Menschenhändlerrings verhaftet.

Unter den Toten befindet sich auch die 26-jährige Pham Thi Tra My, die nach Berichten in der britischen und irischen Presse ihrer Mutter geschrieben hatte, sie „werde sterben“. Die Familie der 19-jährigen Anna Bui Thi Nung sagte, dass sie den Schmugglern 8.000 Britische Pfund bezahlt hatte, um das Mädchen nach Großbritannien zu bringen.

Mehrere Familien erklärten, dass ihre verstorbenen Verwandten aus armen und abgelegenen Gebieten stammten und auf ein besseres Leben im Ausland gehofft hatten.

In einem Brief an die hinterbliebenen Familien brachte der vietnamesische Premierminister Nguyen Xuan Phuc den „unendlichen Schmerz der Familien der Opfer, aber auch den Schmerz der gesamten Gemeinschaft, aller Vietnamesen und der Menschen überall auf der Welt“ zum Ausdruck.

Die Polizei bestätigt auch, dass „Konsultationen“ für die Rückführung der Opfer laufen. Die britische und die vietnamesische Regierung arbeiten zusammen, so die Pressemitteilung, die keine weiteren Einzelheiten enthielt.

Laut der Tageszeitung „Daily Mirror“ sagte ein Polizist von Nghe An den vietnamesischen Medien, dass die Leichen zum Flughafen Noi Bai in Hanoi gebracht würden, wo sie an die Familien übergeben werden sollen.

Der Container war aus dem belgischen Zeebrugge in die Grafschaft Essex verschifft worden. Der 25 Jahre alte Lkw-Fahrer ist wegen Totschlags in 39 Fällen und Menschenhandels angeklagt, nach zwei verdächtigen Brüdern wird gefahndet. Alle drei Männer stammen aus dem britischen Nordirland. (belga/dpa)

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